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Hans – Joachim Watzke: „Das war ein fantastisches Spiel. Trotzdem sind wir enttäuscht. Wir waren ganz nah dran. Beim dritten Tor wäre Real Madrid tot gewesen. Und wir hätten es zwei oder drei Mal machen können.“

Datum: 08.04.2014         

Champions League Viertelfinale: Borussia Dortmund – Real Madrid

Der Geschäftsführer des BVB, Hans – Joachim Watzke, nach dem Champions – League – Viertelfinal –  Rückspiel vor heimischen Publikum gegen Real Madrid. Hans – Joachim Watzke: „Das war ein fantastisches Spiel. Trotzdem sind wir enttäuscht. Wir waren ganz nah dran. Beim dritten Tor wäre Real Madrid tot gewesen. Und wir hätten es zwei oder drei Mal machen können.“

Weidenfeller sorgt für die Initialzündung

Von Beginn an ließ der BVB erahnen, was an diesem Abend ihrerseits passieren sollte. Die Hausherren versuchten früh zu attackieren und so den Spielaufbau der Gäste schnellst möglich zu stören.

Real hingegen agierte die ersten Minuten eben so konzentriert und abgeklärt und passte sich dem frühen Pressing der Dortmunder an, in dem man sehr defensiv stand.

In der 16. Spielminute verstummte das komplette Stadion als die Defensiv – Taktik der Madrilenen aufzugehen erschien. Nach einer Flanke von Coentrao spielte Lukasz Piszczek den Ball im Strafraum mit der Hand – Elfmeter. Doch Roman Weidenfeller parierte diesen Strafstoß von Di Maria und der BVB fand zu einem Spiel, welches seines Gleichen sucht.

Die Dortmunder begannen nun noch früher zu attackieren und setzten die spanischen Gäste mit einem solch enormen Pressing unter Druck, dass diese damit nicht zu recht kamen.

Bereits in der 19. Spielminute vergab Henrikh Mkhitaryan nach toller Vorarbeit von Lewandowski und Reus eine fast schon hundertprozentige Chance zur frühen Führung.

Doch nur wenige Minuten später wurde das Spiel der Borussia belohnt als Reals Verteidiger Pepe nach einem langen Ball der Dortmunder patzte und Reus Casillas ausspielte und zur 1:0 Führung einschob (24.).

Die Gastgeber spielten sich weiter in einen Rausch, der gegen passive und zweikampfschwache Madrilenen unerklärlich schien. In der 32. Minute parierte Casillas einen Kopfball von Mats Hummels, ehe er in der 37. Spielminute das zweite Mal hinter sich greifen musste.

Nach einem Fehler im Aufbauspiel Reals schaltete Marco Reus schnell um und spielte Robert Lewandowski frei, welcher den Ball gekonnt ins lange Eck zur 2:0 Pausenführung schlenzte.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste aus der spanischen Hauptstadt besser ins Spiel und agierten nun selbst in der Offensive. Zweimal Gareth Bale (49./59.), gegen den Weidenfeller toll reagierte und Benzema (64.), der im letzten Moment noch von Hummels gestoppt werden konnte, vergaben gute Chancen auf den Anschlusstreffer.

Dieses Aufbäumen der Spanier hielt nicht lange an und der BVB kam stark zurück ins Spiel und erspielte sich Chance um Chance, die zum Leid der Dortmunder zum Teil kläglich vergeben wurden. Mit einem Dreierpack an sehr guten Möglichkeiten vergaben die Borussen einen weiteren Treffer, um das Hinspielergebnis zu egalisieren.

Zweimal Henrikh Mkhitaryan (65./68.) und einmal Kevin Großkreutz (70.) verpassten es die größte Druckphase der eigenen Mannschaft im zweiten Durchgang zu belohnen.

Im Anschluss an diese Chancen zeigten sich die Folgen des hohen Aufwandes der Dortmunder. In der Schlussphase mussten die Hausherren, geschuldet dieser enormen Energieleistung ihr Tempo etwas zurückschrauben, was Real natürlich entgegen kam.

Immer wieder blieben die Madrilenen in dieser letzten Phase des Spiels gefährlich über Konter, ohne das der BVB auf der anderen Seite noch einmal wirklich gefährlich werden konnte.

So scheidet ein herausragend spielender BVB im Rückspiel gegen Real Madrid aus der Champions – League – Saison 2013/14 nur denkbar knapp aus.

Versäumnis zur Erhöhung des Spielstandes

In der Aussage des Geschäftsführer von Borussia Dortmund wird die Enttäuschung über das Ausscheiden aus der Champions League deutlich.

Zum einen ist es großartig mit solch einem Spiel auszuscheiden, doch auf der anderen Seite ist es einfach nur traurig das Weiterkommen so knapp verpasst zu haben.

Anhand dieser Aussage wird außerdem klar, dass jeder gesehen hat, dass Real Madrid bei einem weiteren Tor der Dortmunder völlig tot gewesen und ein viertes Tor nur eine Frage der Zeit gewesen wäre.

Bei allem Lob und jeglicher Freude über dieses herausragende Spektakel übt Watzke auch Kritik an der Chancenverwertung und womöglich speziell an Henrikh Mkhitaryan, welcher beste Chancen vergab, in dem er davon spricht, dass die Möglichkeiten zur Erhöhung des Spielstandes mehrmals gegeben waren.

Autor: Tom Wolny

Jürgen Klopp: „So viel Fußball heute. Da müsst ihr so’ ne Kackgeschichte machen.”

Datum: 14.12.2013
16. Bundesligaspieltag: TSG Hoffenheim – Borussia Dortmund

Jürgen Klopp: „So viel Fußball heute. Da müsst ihr so’ ne Kackgeschichte machen. Ist das ein Drecksleben, das tut mir echt leid.“

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach dem Unentschieden im Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim auf eine Frage der Journalisten zur Szene als Marco Reus Schiedsrichterassistenten Mark Borsch umstieß. Jürgen Klopp: „So viel Fußball heute. Da müsst ihr so’ ne Kackgeschichte machen. Ist das ein Drecksleben, das tut mir echt leid.“

Packend und spannend bis zum Schluss

In dieser Partie des 16. Spieltages gab es zu Beginn keine Phase des Abtastens. Beide Teams begannen angriffslustig und suchten den direkten Weg zum Tor. Dortmund erzielte aus mehreren sich ergebenen Chancen das erste Tor, welches folgerichtig aufgrund der Abseitsstellung Lewandowskis zurückgepfiffen wurde (16.).
Fast im Gegenzug erzielten die Hausherren über ein tolles Kombinationsspiel im Mittelfeld den ersten regelgerechten Treffer der Partie. Sven Schipplock vollendet den Pass aus dem Mittelfeld mit einem tollen „Chip“ über den heraus eilenden Langerack (18.).

Hoffenheim zeigte sich sichtlich gestärkt und übernahm das Spielgeschehen mit Drang auf den Ausbau der Führung. Der BVB hatte zwar mehr Ballbesitz, blieb jedoch ansonsten blass in der Spielgestaltung. Ganz im Gegenteil die TSG, welche stark nach vorn spielte. Nach einer tollen Kombination zwischen Firmino und Rudy vollendete Kevin Volland aus halb – linker Position zum 2:0 (37.).

Eine eigentlich sichere Pausenführung zerstörte ein grober Fehler von Krahl kurz vor dem Pausentee. Der Torhüter ließ den Ball nach einer BVB Ecke fallen, so dass Aubameyang nach Lewandowskis schneller Reaktion auf 1:2 aus Sicht der Dortmunder verkürzen konnte (44.).

Beflügelt durch dieses Tor kam die Borussia aggressiv aus den Kabinen und erhöhte den Druck. Ähnlich dem Spiel unter der Woche in Marseille hatte man die deutliche Überhand, ließ jedoch Torabschlüsse vermissen. Hoffenheim legte nun Wert auf Konter.

In der 67. Spielminute stocherte Lukasz Piszczek den Ball über die Linie. Hoffenheim zeigte sich nun stark verunsichert. Vor allem Torhüter Krahl wankte erheblich. Dieser verschuldete fast das nächste Tor nach einem Lewandowski Schuss aus 15 Metern.

Die Schlussviertelstunde brachte noch einmal hochkarätige Chancen auf beiden Seiten, die jedoch nicht in ein Siegtor umgemünzt werden konnten. Somit trennen sich beide Teams in einem anschaulichen und packenden Spiel gerecht 2:2 Unentschieden.

Anspannung aufgrund schwerer Wochen

Jürgen Klopp, Trainer des BVB, ist durchaus für teilweise lustige und exklusive Interviews gern gesehen. Doch die Aussage in diesem Interview nach dem Unentschieden seiner Mannschaft sollte kritisch betrachtet werden. Die tägliche Arbeit der Journalisten als Drecksleben zu beschimpfen lässt jegliche Form feiner Sitten und des Anstandes vermissen. Eine solche Aussage ist übertrieben, hart und zu dem völlig unpassend.

Verständlich ist, dass ein Trainer wie Jürgen Klopp nach ähnlichen Wochen, wie sie der BVB erlebt hat, gereizt ist, aber kein Argument für eine solche Artikulation bietet. Klar ist, Borussia Dortmund liegt abgeschlagen auf Platz 3 in der Bundesliga mit fünf Punkten Rückstand auf Leverkusen und gar 12 Punkten Rückstand auf den FC Bayern München.

Anhand dieser Situation und der letzten angespannten Wochen in Bundesliga und Champions League, in der man um das Einziehen in die K.O. – Runde zittern musste, ist eine Verärgerung und Unzufriedenheit völlig verständlich, sollte aber niemals in einer solchen Ausdrucksweise enden. Abschließend bleibt festzuhalten, dass das enttäuschende Unentschieden in Hoffenheim auch nicht so schnell etwas an der Stimmung in Dortmund ändern werden kann.

Autor: Tom Wolny