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Sammer: „Ich habe ihn als Fußballromantiker bezeichnet.“

Datum: 09.11.2013
12. Bundesligaspieltag: FC Bayern München – FC Augsburg

Matthias Sammer, Sportvorstand des FC Bayern München über Pep Guardiola nach dem klaren 3:0 Erfolg über Augsburg und dem Aufstellen einer weiteren Bestmarke in diesem Jahr. Matthias Sammer: „Ich habe dann nachher noch einmal mit ihm gesprochen und ihn als Fußballromantiker bezeichnet.“

Souveräne Bayern

Ein hochinteressantes und tolles Spiel entwickelte sich über keine der 90 Minuten in der Münchner Allianz Arena. Das lag jedoch nicht an der geringen Qualität des Gastes aus Augsburg, sondern vielmehr an der unnachahmlichen Präsenz und Stärke des Rekordmeisters, der nach diesem Tage 37 Ligaspiele ohne Niederlage blieb. Zu dem schaffte es bisher kein Trainer der Bundesliga aus den ersten 12 Spielen 32 Punkte zu holen. Von 36 möglichen – unglaublich.

Bereits nach vier Minuten erzielte Jerome Boateng die zeitige Führung der Münchner Bayern. Nach einem Eckball fand der Schuss aus der Drehung des Nationalverteidigers den Weg ins Tor des FC aus Augsburg. In der Folgezeit entwickelte sich eine wahre Dominanz und Abgeklärtheit, die seines Gleichen sucht. Die Münchner waren bissig, aggressiv und ließen nahezu nichts an Chancen zu.

Kurz vor der Halbzeit erhöhte Europas Fußballer des Jahres, Franck Ribery, mit einem ansehnlich, direkt verwandelten Freistoß, auf 2:0. Mit einer sicheren und unangefochtenen 2:0 Führung kamen die Bayern aus der Kabine. Mit einem starken Pressing und gutem Aufbauspiel unter Pep Guardiola verfiel nicht ein Hauch der Dominanz aus Halbzeit eins. Zwar waren die Augsburger nun bemüht, etwas offensiver zu agieren, doch die Bayern hatten das Geschehen weitgehend im Griff und ließen bis auf zwei Torschüsse von Moravek (46.) und Hahn (64.) nichts zu.

Doch die Torgefahr des FCB blieb auch aus. Erst in der Schlussphase kamen die Gastgeber wieder häufiger gefährlich vor das Augsburger Tor, aber die eingewechselten Arjen Robben (73./87.) und Jan Kirchhoff (86.) versäumten es, den Vorsprung weiter auszubauen. Dies dauerte bis zur Nachspielzeit als der eingewechselte Thomas Müller, per Handelfmeter, auf 3:0 erhöhte und das Endergebnis herstellte.

Eine besondere Form des Lobes

Die Aussage Sammers zu Pep Guardiola lobt diesen in den höchsten Tönen. Einen Fußballtrainer, sei es auch ein Lehrers des Fußballs, mit Romantiker zu betiteln scheint doch eher unangebracht und dem Sport fern.

Blickt man jedoch auf die Erfolge, die der FC Bayern unter Guardiola in der noch jungen Saison schon eingefahren hat, relativiert sich der Gedanke nach Übertreibung. Mit dieser Aussage, auch bezogen auf die Ergebnisse in den letzten Wochen, zeigt Sammer seine große Zufriedenheit am Verlauf der Saison und der Entwicklung der Mannschaft.

Mit der Betitelung Joseph Guardiolas als gefühlsbetonten und träumerischen Fußballfachmann, was ein Fußballromantiker ist, verliert dieser jedoch nicht die Grundlage seiner wahren Begabung. Denn jener Ausnahmetrainer ist mit einem derart hohen sportlich – analytischen Verstand ausgestattet, der ihm offenkundig keinen Abbruch tut.

Genau dieser analytische Verstand verhilft den Münchner Bayern derzeit zu solchen Höhenflügen in der Champions League wie auch in der Liga. Die Bayern unter dem Hirn, Pep Guardiola, schweben zurzeit über den Dingen in der Fußballwelt.

Es scheint so, als könnte selbst das Kräftemessen der Schwergewichte am kommenden Spieltag nichts daran ändern. Am Samstag, den 16.11.13, reisen die Münchner zum arg gebeutelten BVB nach Dortmund. Alle Vorzeichen deuten daraufhin, dass die Serie der „Überflieger – Bayern“ fortgesetzt wird.

Doch die Schwarz – Gelben sind fest entschlossen ihre komplett schwarze Vorwoche mit einem Paukenschlag vergessen zu machen.

Autor: Tom Wolny