Archiv der Kategorie: Weltmeisterschaft Brasilien 2014

Bastian Schweinsteiger: „Wir waren Gladiatoren.“

Datum: 13.07.2014         

Finale Weltmeisterschaft: Deutschland – Argentinien

Bastian Schweinsteiger, der stetige Antreiber der deutschen Nationalmannschaft, im Interview nach dem Titelgewinn in Brasilien. Bastian Schweinsteiger: „Wir waren Gladiatoren.“

Entscheidung in der Verlängerung

In der Anfangsphase war die deutsche Nationalelf auf Sicherheit bedacht und versuchte diese über Ballbesitz und eigene Passstafetten zu erlangen. Bereits nach wenigen Minuten gab es Chancen auf beiden Seiten. Zum einen scheiterte Toni Kroos mit einem Freistoß an der Argentinischen Mauer und zum anderen verzog Gonzalo Higuain im direkten Gegenzug aus spitzem Winkel.

Von Beginn an entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit leichten Vorteilen für Deutschland. Argentinien war auf schnelles Umschaltspiel und Konter bedacht.

Eine Schrecksekunde für Deutschland zeigte sich in der 17. Spielminute als Toni Kroos einen missratenen Kopfball auf Manuel Neuer spielte. Diesen erlief Higuain, doch zum Glück für Deutschland schloss dieser völlig über hastet ab und verzog deutlich.

Im weiteren Spielverlauf war Deutschland bemüht, konnte jedoch keine gefährlichen Aktionen generieren. Zielstrebiger blieben in dieser Phase die Südamerikaner, welche dann auch zur Führung durch Higuain nach einer Flanke kamen. Dieses Tor wurde aber korrekter Weise aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt.

Bis zum Pausenpfiff ging es munter hin und her und es zeigten sich nun Chancen auf beiden Seiten. Die größte Chance bot sich der Deutschen Mannschaft nach einem Eckball, als Höwedes den Ball aus kurzer Distanz an den Pfosten des Tores köpfte (45. + 2).

Nach Wideranpfiff in dieser Begegnung bestimmte die Albiceleste das Geschehen und drängte auf die Führung in diesem Finale. Nach dieser kurzen Druckphase Argentiniens verflachte die Partie in der Folgezeit.

Mit zunehmender Zeit merkte man den Team an, das keine einen Fehler machen wollte, dadurch litt das Tempo unter dieser Tatsache. Doch die Zweikämpfe und deren Führung wurde härter und ruppiger.

In der Schlussphase der regulären Spielzeit zog die deutsche Mannschaft das Tempo noch einmal an, wusste es jedoch nicht, ihre nun gegebene Überlegenheit in Tore umzuwandeln.

In der Nachspielzeit war beiden Teams der hohe Kräfteverschleiß aus den ersten 90 Minuten und der gesamten Weltmeisterschaft anzumerken. Es dauerte bis in die 113. Spielminute bis dieses Spiel entschieden wurde.

Nach einem beherzten Antritt von Andre Schürrle auf der linken Seite und dessen Flanke ins Zentrum, war es Mario Götze, der den Ball technisch hochklassig annahm und mit dem linken Fuß sehenswert ins lange Eck zimmerte.

Deutschland führte knappe sieben Minuten vor Schluss mit 1:0 und brachte diese Führung mit Glück, Geschick und Manuel Neuer, welcher überragend hielt, über die Zeit und krönte sich zum Weltmeister 2014.

Gladiatoren

Bastian Schweinsteiger spricht in seinem Interview nach dem Spiel die harte Arbeit in diesem Finale an. Er spricht davon, dass sich alle Spieler auf dem Feld wie Gladiatoren gefühlt und gehandelt haben.

Angesichts des Spielverlaufs, der harten Gangart und dem Ziel, welches auf dem Spiel stand, ist dieser Vergleich des vorbildlichen Antreibers der deutschen Nationalmannschaft, als völlig richtig und berechtigt einzustufen.

Alle Spieler, die bei diesem Spiel auf dem Platz standen, gaben ihr Letztes für den Erfolg und kämpften um jeden Ball. Gezeichnet von den Zweikämpfen dieser Begegnung zeigte sich Schweinsteiger nach dem Spiel. Doch das harte Arbeiten, der Schweiß und aller Schmerz aus dieser Partie haben sich für Deutschland gelohnt.

Nach 24 Jahren ist es der deutschen Nationalmannschaft gelungen, den Weltmeistertitel zum vierten Mal nach Deutschland zu holen – Respekt und herzlichen Glückwunsch.

Autor: Tom Wolny

Thiago Silva: „Wir haben vom Titel geträumt, nächtelang nicht geschlafen. Und jetzt geht es so zu Ende. Das haben wir nicht verdient.“

Datum: 12.07.2014

Spiel um Platz 3 der Weltmeisterschaft: Brasilien – Niederlande

Thiago Silva, der Kapitän der Nationalmannschaft Brasiliens, zeigt sich enttäuscht über den Verlauf des Turniers. Thiago Silva: „Wir haben vom Titel geträumt, nächtelang nicht geschlafen. Und jetzt geht es so zu Ende. Das haben wir nicht verdient.“

Brasiliens Fußball in Trümmern

Die Partie hielt sich lange mit Abtasten und taktischen Spielchen auf. Bereits nach wenigen Minuten klingelte es das erste Mal im Netz der Brasilianer. Nach einer Kopfballverlängerung von Van Persie lief Arjen Robben allein auf das Tor Julio Caesar zu und wurde regelwidrig von Silva gestoppt. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Kapitän der Niederländer, Robin van Persie, sicher zur 1:0 Führung (3.).

Auch in diesem Spiel zeigten sich oft Parallelen im Spiel der Brasilianer zur Begegnung im Halbfinale gegen Deutschland. Oftmals rannte man wild und planlos an, biss sich so immer wieder die Zähne an der sicheren Defensive der Niederländer aus.

Folgerichtig erhöhten die Niederländer in der 16. Spielminute die Führung auf 2:0. Nach einer tollen Flanke aus dem rechten Außenraum, klärte David Luiz nur kläglich genau vor die Füße von Blind, welcher den Ball in aller Ruhe kontrollieren konnte, um ihn anschließend im Tor zu versenken.

Im weiteren Spielverlauf bot das Spiel nur wenige Chancen und zeigte ein enttäuschendes Brasilien. Erst in den letzten Minuten vor dem Pausenpfiff erspielten sich die Brasilianer mehr Spielanteile, jedoch nur aufgrund der Tatsache, weil die Niederlande, mit ihrer sicheren Führung im Rücken, mehrere Gänge zurückschaltete.

Im zweiten Durchgang ereignete sich ein chancenarmes und nahezu langweiliges Spiel, weil die Niederlande nichts mehr machen musste und Brasilien sichtlich die Mittel fehlten. Die Selecao agierte hauptsächlich über lange Bälle, die keinen Ertrag brachten.

Es dauerte daher bis zur Nachspielzeit in dieser Begegnung ehe die Akteure auf dem Feld noch einmal anschauliches für die Zuschauer boten. Nach einem übersichtlichen Zuspiel von Arjen Robben auf Janmaat, der toll zurücklegte, war es Wijnaldum, der den Schlusspunkt in dieser Partie setzte und das Endstand von 3:0 für die Niederlande herstellte (90. + 1).

Brasilien enttäuscht

Der brasilianische Kapitän zeigt sich im Interview nach dem Spiel um Platz drei sichtlich enttäuscht. Er äußert sich zu den Zielen, dem Verlauf und dem nun traurigen Ende für Brasilien bei dieser Weltmeisterschaft im eigenen Land.

Die Selecao und das gesamte Land träumte auch aufgrund vieler Unruhen im Vorfeld dieser WM, vom Titel, um mit diesem die Geldausgaben hierfür rechtfertigen zu können.

Nach einer soliden, jedoch keineswegs überzeugenden Vorrunde zitterte man sich in den K.O. – Spielen bis ins Halbfinale. Dort wurde man das erste Mal wirklich richtig gefordert und hielt dem Druck der Deutschen nicht stand. Auch im Spiel um Platz drei zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Niederlande demontierte Brasilien, wie zuvor Deutschland.

Zur Aussage von Silva gilt es nur zu sagen, dass natürlich jede Mannschaft vom Titel träumt, es nur wichtig ist, realistisch die eigene und die Leistung der Gegner einzuschätzen. Somit kann man der Aussage über eine ungerechte und unverdiente Behandlung der brasilianischen Nationalmannschaft nicht konform gehen.

Die Leistungen der Selecao reichten unter dem Strich leider nicht für mehr. Nun gilt es dem Druck und dem Ärger eines ganzen Landes Stand zu halten und den brasilianischen Fußball aus den Trümmern zu erheben.

Autor: Tom Wolny

Marc Wilmots: „Ich bin stolz auf meine Spieler.“

Datum: 05.07.2014

Viertelfinale Weltmeisterschaft: Argentinien – Belgien

Marc Wilmots, Trainer der jungen Belgier, zeigte sich nach dem Spiel gegen Argentinien, trotz des Ausscheidens, glücklich und ehrte seine Mannschaft.

Souveräne Argentinier

Schon von Beginn an ließen die Belgier den Argentiniern und vor allem Lionel Messi große Räume um zur Entfaltung zu kommen. Bereits in der achten Minute bestrafte Argentinien die Nachlässigkeiten Belgiens.

Zu erste verlor Kapitän Kompany den Ball im Spielaufbau. Nach der Eroberung wurde das Zuspiel von Di Maria in die Spitze zwar unterbunden, jedoch landete der abgeprallte Ball direkt vor den Füßen von Higuain. Der Torjäger vom SSC Neapel verwertete, die sich bietenden Möglichkeit, kühl und trocken volley im langen Eck zur 1:0 Führung.

Dieses Tor gab den erfahrenen Argentiniern sichtlich noch mehr Sicherheit. Fortan lies man Ball und Gegner laufen und stand Defensiv sicher. Das junge Belgien hingegen zeigte sich harm- und ideenlos.

Die einzige Möglichkeit hatte De Bruyne. Dessen Distanzschuss wehrte Romero jedoch sicher ab. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit boten die Argentinier die souveränere sowie sicherere Leistung. Sie kontrollierten das Spiel ohne dabei groß zu glänzen.

Ein unverändertes Bild zeigte sich auch im zweiten Durchgang. Die Albiceleste zeigte sich als die frischere und bessere Mannschaft auf dem Rasen. Man erspielte sich auch in der zweiten Hälfte guten Chancen, die aber nicht in Zählbares umgewandelt werden konnten.

In der Folgezeit wachte Belgien auf. Die Partie nahm an Tempo zu. Zunehmend zeigte sich die Wilmots – Truppe engagierter und zielstrebiger. Belgien setzte Argentinien nun unter Druck, ohne jedoch wirklich zwingend und gefährlich zu werden.

Auch in der Endphase der Begegnung änderte sich daran nichts. Mit Glück und Geschick wehrten die Argentinier die Angriffe Belgiens ab und ziehen damit eine Runde weiter in die Runde der letzten vier.

Fehlende Erfahrung

Der Trainer Belgiens, Marc Wilmots, lobt seine sehr junge Mannschaft aufgrund dieses tollen Turnieres. Die Elf von Wilmots war vor der WM als Geheimfavorit angetreten, schied jedoch nach einer tollen Leistung in der Vorrunde und im Achtelfinale letztendlich im Viertelfinale gegen abgezockte Argentinier aus.

Wilmots kann aufgrund dieser Leistungen bei der WM in Brasilien sehr stolz auf seine Spieler sein. Man zeigte vor allem in der Vorrunde spielerisch tolle Leistungen und erreichte mit einer sehr jungen Truppe die Runde der letzten acht Mannschaften.

Letztendlich schien die mangelnde Erfahrung den Unterschied zwischen Argentinien und Belgien auszumachen. In vielen Situationen auf dem Platz zeigte sich die entscheidende Coolness und Sicherheit sowie das Vertrauen in die eigene Leistung bei den Argentiniern.

Abschließend gilt es festzuhalten, dass uns diese junge Mannschaft der Belgier mit tollem Fußball begeistert hat und viel Potential für die Zukunft und die kommenden Welt- und Europameisterschaften besitzt.

Autor: Tom Wolny

Jürgen Klinsmann: „Ein Drama, ein extremes Spiel.“

Datum: 01.07.2014

Weltmeisterschaftsgruppenspiel: Belgien – USA

Der Trainer der USA, Jürgen Klinsmann, nach dem knappen Ausscheiden seines Teams im Achtelfinale dieser Weltmeisterschaft. Jürgen Klinsmann: „Ein Drama, ein extremes Spiel.“

Belgien knackt Howard

Die Anfangsphase begann sofort packend und intensiv. Belgien sicherte sich sofort das Oberwasser und drängte die USA weit in die eigene Hälfte.

Diese jedoch standen sicher und wirkten dem Druck der Belgier mit vereinzelten Nadelstichen entgegen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause nahm die Partie wieder Fahrt auf. Es entwickelten sich Chancen auf beiden Seiten, die jedoch im letzten Moment noch vereitelt werden konnten.

Die Minuten vor dem Pausenpfiff gehörten dem Team von Jürgen Klinsmann. Die US – Boys kamen immer wieder über die Außen gefährlich vor das belgische Tor, jedoch ohne Glück, sodass das Spiel mit einem 0:0 Unentschieden in die Pause ging.

Nach Wiederbeginn agierten die Belgier zielgerichtet und aggressiv. Immer wieder kamen die Roten Teufel gefährlich vor das Tor von Howard, welcher seine Mannschaft mit herausragenden Paraden und Reflexen im Spiel hielt.

In der Schlussphase wussten die Belgier aber weiterhin nicht, ihre drückende Überlegenheit in Tore umzuwandeln. So musste die Entscheidung in der Verlängerung erzielt werden.

Es waren nur wenige Minuten im ersten Durchgang der Verlängerung gespielt, da war es Wolfsburgs Kevin de Bruyne, der die erlösenden 1:0 Führung besorgte (93.).

Nun waren die US – Boys gefragt. Doch es fiel der Klinsmann – Elf schwer ihre Defensivtaktik zu ändern, um nun selbst gefährlich zu werden. Ganz im Gegenteil die Roten Teufel. Dieses spielten sich Offensiv in einen Rausch. So war es Lukaku, welcher einen blitzsauberen Konter zum 2:0 abschloss (105.).

Doch so einfach wollten sich die Amerikaner nicht geschlagen geben und erzielten in der 107. Spielminute den Anschlusstreffer. Binnen weniger Minuten hatte Jermaine Jones sogar den schnellen Ausgleich auf dem Fuß, schoss jedoch knapp am Pfosten vorbei (109.).

Mit dieser Chance war eine dramatische Schlussphase eingeläutet. Zunächst verpassten es die Belgier die Entscheidung herbeizuführen. Dann war es die USA, welche die beste Chance, auf die Vertagung der Entscheidung ins Elfmeterschießen, vergab.

Dadurch blieb es in einer intensiven, wie ansehnlichen Partie beim 2:1 für Belgien nach Verlängerung.

Treffende Worte

Jürgen Klinsmann wählt nach dieser wahnsinnigen und intensiven sowie packenden Achtelfinal – Begegnung die richtigen Worte. Diese Partie beinhaltete alles was sich ein Zuschauer nur wünschen kann.

Nach dem verhaltenen Beginn und einer von Taktik geprägten Begegnung entfachte das Spiel in der Verlängerung, mit dem 1:0 durch die Belgier, ihr wahres Feuer.

Klinsmann fasst in wenigen Worten die Kernpunkte dieses Spiels perfekt zusammen. Am Ende der 120 Minuten dieses Achtelfinals hätten beide Teams den Einzug in die nächste Runde mehr als verdient gehabt.

Für jeden Fußballfan bleibt sich zu wünschen, dass es noch viele solche Spiele bis hin zum Finale geben wird und das Jürgen Klinsmann auch bei der nächsten WM mit seinen US –Boys so einen Fußball zeigen wird.

Autor: Tom Wolny

Ottmar Hitzfeld: „Die Mannschaft hat eine großartige, leidenschaftliche Leistung geboten.“

Datum: 01.07.2014

Weltmeisterschaftsgruppenspiel: Argentinien – Schweiz

Der nun abtretende Trainer der Schweiz, Ottmar Hitzfeld, in seinem wohl letzten Interview als Hauptverantwortlicher dieser großartigen Mannschaft. Ottmar Hitzfeld: „Die Mannschaft hat eine großartige, leidenschaftliche Leistung geboten.“

Argentinien zittert sich weiter

Argentinien machte von Beginn an deutlich, wer hier Herr im Hause ist. Die Albiceleste erarbeitete sich schon früh deutlich mehr Ballbesitz und gewann die Zweikämpfe in entscheidenden Situationen.

Der deutlichere Ballbesitz machte sich zwar bemerkbar, strahlte jedoch keinerlei Torgefahr aus, weil die Schweizer dicht gestaffelt und sicher in den eigenen Reihen agierten.

Mit zunehmender Spieldauer gingen beide Teams ein höheres Risiko ein und erarbeiteten sich so Torchancen zu gleich.

Bis zum Pausenpfiff durch den Unparteiischen bestimmte Argentinien das Geschehen, schaffte es jedoch nicht das Übergewicht in Zählbares umzuwandeln. So blieb es auch nach zunehmender Gefahr vor beiden Tore 0:0 zur Halbzeit.

In der zweiten Hälfte nahm die Partie deutlich an Fahrt auf. Argentinien arbeitete nun vorrangig mit langen und hohen Bällen, welche die Schweiz kontrollierte und mit eigenem Flachpassspiel und schneller Überbrückung des Mittelfeldes begegnete.

Auch im zweiten Durchgang gelang es den Argentiniern nicht, den Defensivblock der Schweizer zu knacken. Zwar lief Argentinien immer wieder an, aber verstand es nicht die richtigen Ideen zu entwickeln um wirklich dem Tor der Schweiz gefährlich zu werden.

In der Verlängerung baute Argentinien zunächst hohen Druck auf, aber biss sich weiter die Zähne am Schweizer Beton aus. Mit zunehmender Spieldauer merkte man den Akteuren den Erschöpfungszustand an. Das Spiel schleppte sich wohl ins Elfmeterschießen.

Doch dazu kam es nicht, weil die Partie eine dramatische Schlussphase einläutete. Nach einem Fehlpass der Schweizer war es Angel di Maria, der den Ball in der 118. Spielminute zur Führung Argentiniens verwertete.

Damit begannen hoch emotionale Schlusssekunden. Direkt nach dem Gegentor hatten die Schweiz die Möglichkeit zum Ausgleich, doch der Kopfball von Dzemaili knallte an den Pfosten und ein Freistoß knapp vor dem Tor von Shaqiri, landete in der Mauer. So zitterten sich die Argentinier ins Viertelfinale dieser WM.

Große Moral

Ottmar Hitzfeld beschreibt im Interview nach dem Ausscheiden im Achtelfinale gegen Argentinien die tolle Einstellung seiner Mannschaft.

Hitzfeld wählt hierbei nur die besten und höchsten Worte, um sein Team gebührend mit Lob für dieses Spiel zu ehren.

Gegen den Favoriten aus Argentinien boten die Jungs um den Bayern – Profi Xherdan Shaqiri eine herausragende Leistung und spielten über die komplette Zeit auf hohem Niveau gegen die Südamerikaner mit.

Dass die Partie in den letzten Minuten der Verlängerung eine solche Dramaturgie annimmt, kann kein Regisseur eines Drehbuches schaffen.

Selbst Hitzfeld, der Jahrzehnte im Traineramt tätig ist, hat solche ein Ende noch nicht erlebt. Er spricht weiterhin davon, dass die letzten Minuten all das beinhaltet haben, was in einem Trainerleben möglich ist.

Diese Aussage und der Verlauf des Spiels zeigen deutlich, was diesen Sport so interessant und einzigartig macht. Auch wenn es leider nicht zum Weiterkommen für die Schweiz gereicht hat, ebnet diese Begegnung einen würdigen Abgang eines wohl größten und besten Trainers unserer Zeit.

Für seinen nun folgenden Lebensabschnitt bleibt dem Trainer der Schweiz nur alles Gute zu wünschen, seine Mannschaft ehrte ihn schon einmal mit dieser tollen Leistung über 120 Minuten.

Autor: Tom Wolny

Sami Khedira: „Wir haben zu langsam gespielt. Die Amerikaner hatten es relativ leicht. Um im Turnier weit zu kommen, müssen wir unser Spiel noch schneller machen.“

Datum: 26.06.2014

Weltmeisterschaftsgruppenspiel: USA – Deutschland

Sami Khedira, der Mittelfeldantreiber der deutschen Nationalmannschaft, nach dem Spiel gegen die USA, welches er 90 Minuten von der Bank betrachtete. Sami Khedira: „Wir haben zu langsam gespielt. Die Amerikaner hatten es relativ leicht. Um im Turnier weit zu kommen, müssen wir unser Spiel noch schneller machen.“

Deutschland Gruppensieger

Von Anfang an dominierte die deutsche Elf das Geschehen auf dem Platz und setzte dabei auf totalen Ballbesitz. So kam es bereits nach wenigen Minuten dazu, dass Deutschland die ersten Annährungen an das US – Tor suchte.

Philipp Lahm lies sich immer wieder zwischen die Innenverteidiger fallen und forcierte so das deutsche Aufbauspiel. Über die Außen wurden die Spielzüge vorangetrieben um über Flanken zum Abschluss zu kommen.

Im weiteren Spielverlauf kamen die US – Boys besser ins Spiel und schalteten immer wieder schnell nach Ballgewinn um und waren in den Zweikämpfen extrem präsent.

Dadurch entwickelte sich nun ein ausgeglichenes Spiel mit wenigen Torchancen auf beiden Seiten, das die Begegnung torlos mit einem Unentschieden in die Kabinen ging.

Die Deutschen kamen direkt mit Wiederanpfiff aggressiv und zum Siegen gewillt zurück. So ergaben sich auch die ersten Chancen für das Löw – Team.

In der 55. Spielminute war es wieder einmal Müller, welcher den Ball nach einer abgewehrten Ecke durch Howard, im Nachschuss unhaltbar und platziert zur 1:0 Führung einnetzte.

Anschließend schraubte die deutsche Nationalmannschaft das Tempo etwas herunter, weil es ihnen die Amerikaner auch nicht wirklich schwer machten. Die Klinsmann – Truppe riss sich nicht wirklich ein Bein aus, um ein großes Offensivspektakel abzubrennen.

In der Schlussphase lies das deutsche Team die Kugel sicher in den eigenen Reihen laufen und verwaltete den Vorsprung sicher und souverän.

In den letzten Minuten kamen die Amerikaner noch einmal zu ihren größten Chancen auf den Ausgleich. Doch Bedoya scheiterte am grätschenden Lahm (90. + 1) und Dempsey köpfte einen Ball über das Tor (90. + 3), sodass Deutschland verdient siegt.

Kritik am Mitspieler

Khedira spricht im Interview nach dem Spiel von einem zu langsamen und moderaten Umschaltspiel, welches das Spieltempo verlangsamte und es so dem Gegner leichter machte gegen die deutsche Mannschaft zu bestehen.

Ein Spieler, welcher 90 Minuten das Spielgeschehen von der Bank betrachtet sollte sich seine Wortwahl und Kritik zu einzelnen Spielern wohl besser überlegen.

Denn mit dieser Kritik über zu langsames Spiel und dem zu Grunde liegenden langsamen Umschaltspiel gilt indirekt vorrangig Bastian Schweinsteiger. Genau dessen Aufgabe ist es, das Spiel von Defensive auf Offensive aus seiner zentralen Position zu gestalten und zu forcieren.

Diese Aussage Khediras entfacht nun womöglich ein Feuer von Fragen über die wirkliche Teamchemie und den Zusammenhalt der Mannschaft. Offenbar ist Khedira mit seiner Reservistenrolle gegen die Amerikaner sehr unzufrieden und kritisiert deshalb offen seinen direkten „Gegner“ Bastian Schweinsteiger.

Nun bleibt abzuwarten, wie der Bundestrainer auf diese Kritik reagiert und vor allem die Mannschaft intern sowie auch auf dem Feld damit umgeht.

Autor: Tom Wolny

Joachim Löw: „Die Mannschaft hat eine tolle Moral bewiesen.“

Datum: 26.06.2014

Weltmeisterschaftsgruppenspiel: Deutschland – Ghana

Der Bundestrainer, Joachim Löw, nach dem hart umkämpften Unentschieden gegen eine gut aufspielende Nationalmannschaft Ghanas. Joachim Löw: „Die Mannschaft hat eine tolle Moral bewiesen.“

Klose rettet Deutschland

Die deutsche Mannschaft suchte in der Anfangsphase zunächst nach Sicherheit und Souveränität und hielt dabei das Leder in den eigenen Reihen. Die Ghanaer jedoch brauchten keine lange Anlaufzeit und attackierten früh.

Doch das Pressing Ghanas erwies sich als Möglichkeit für die deutsche Mannschaft. Immer wieder ergaben sich Räume, die die Deutschen zu nutzen wussten. Nach einer tollen Kombination spielten sie so Thomas Müller frei, welcher den Ball klasse für Toni Kroos ablegte. Dessen Schuss wurde aber im letzten Moment noch geblockt (11.).

Durch die sich immer wieder bietenden Räume kamen die Deutschen in der Folgezeit zu weiteren guten Chancen. Vor allem auf der rechten Seite erwies sich Mesut Özil als Aktivposten. Jedoch konnten die Mitspieler seine guten Eingaben nicht in Zählbares umwandeln – Khedira (18.) und Müller (21.) vergaben gute Chancen auf das Führungstor.

Im weiteren Spielverlauf lies die Konzentration der deutschen Elf etwas nach, sodass die Black Stars wieder besser ins Spiel kamen. Durch häufige Diagonalbälle versuchten diese die enggestaffelte Abwehr der Deutschen auseinander zu reißen.

Dies blieb jedoch ohne Erfolg, so dass es mit einem 0:0 Unentschieden in die Pause ging.

Nach Wiederbeginn übernahmen die Deutsche direkt die Initiative und setzten Ghana früh unter Druck. Nach einem Positionswechsel von Müller und Götze erzielte man die erlösenden 1:0 Führung.

Thomas Müller, welcher auf den rechten Flügel ausgewichen war, flankte gezielt auf Götze, welcher den Ball per Kopf und Knie in das Tor Ghanas beförderte (51.).

Dies sollte nun erst einmal für Sicherheit sorgen, doch Ghana kam zurück ins Spiel. Nur wenige Minuten nach dem Führungstreffer der Deutschen war es Andre Ayew, welcher den Ball per Kopf in die Maschen nagelte.

Es sollte jedoch noch schlimmer für die deutsche Nationalmannschaft kommen. Nach einem Fehlpass im Mittelfeld, spielte Muntari den Ball clever tief auf seinen Kapitän, der den Ball frei vor Neuer unhaltbar zur Führung für Ghana ins lange Eck schoss (61.).

Nach wenigen Wechseln im Team der Deutschen war es Miroslav Klose, der nach einer Ecke und der Kopfballverlängerung von Höwedes, den ersehnten Ausgleich besorgte (71.).

Nunn sah sich die Mannschaft Deutschlands zurück im Spiel und drängte auf den erneuten Führungstreffer. Aber eine nur mangelnde Chancenverwertung und einer weiterhin gut mitspielender Gegner verhinderten dies. So blieb es bei einem leistungsgerechten 2:2 Unentschieden.

Deutschland beweist Klasse

Der Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Joachim Löw, lobt in diesem Interview sein Team. Er spricht die tolle Moral an, welche das Team nach dem Abgeben der eigenen Führung gezeigt hat und danach außerordentlich gut zurückgekommen ist.

Nach dem deutlichen 4:0 Erfolg der Deutschen gegen Portugal erwartete man natürlich großes gegen vermeintlich schwächere Ghanaer.

Aber dass dieses Team um Kevin – Prince Boateng nicht zu unterschätzen ist, zeigt die Leistung gegen den Mitfavoriten auf den WM – Titel, Deutschland. Die Afrikaner machten es den Deutschen über die kompletten 90 Minuten schwer, so dass die Aussage von Joachim Löw mehr als berechtigt ist.

Die deutsche Nationalmannschaft hat im kompletten Mannschaftsverbund eine gute Reaktion auf den Ausgleich und Rückstand binnen weniger Minuten gezeigt. Dies honoriert der Bundestrainer folgerichtig mit viel Lob.

Womöglich hat dieses Spiel den Zuschauern und Verantwortlichen bewiesen, zu welchen Taten Deutschland bei diesem Turnier im Stande ist zu leisten. Vielleicht haben unsere Jungs hierbei bewiesen, dass sie dieses Jahr bereit für den Titel sind.

Autor: Tom Wolny

Pablo Zabaleta: „Es war eine unklare Situation.“

Datum: 21.06.2014

Weltmeisterschaftsgruppenspiel:  Argentinien – Iran

Argentiniens Verteidiger, Pablo Zabaleta, über das Foul im WM – Gruppenspiel gegen den Iran. Pablo Zabaleta: „Es war eine unklare Situation.“

Glückliches Argentinien

Von Beginn an zeigte sich wer in dieses Spiel als Favorit ging. Argentinien bestimmte mit dem Anpfiff die Partie und bespielte die Iraner nach Belieben. Der Iran hingegen stand tief und erwartete die Angriffe Argentiniens mit elf Spielern in der eigenen Hälfte.

Die erste Torchance hatten jedoch die Iraner zu verbuchen (4.). Ab diesem Zeitpunkt spielte nur noch der zweimalige Weltmeister. Superstar Lionel Messi lies sich immer wieder zwischen die Reihen fallen um so das Spiel seines Teams zu lenken.

Im weiteren Verlauf suchten Messi, Aguero und Di Maria immer wieder da Dribbling, um so die engmaschige Abwehr der Iraner zu durchbrechen. Ohne Erfolg.

Die Albiceleste hatte deutlich mehr vom Spiel und erarbeitete sich bis zum Pausenpfiff mehrere Großchancen. Doch immer wieder scheiterten die Spieler Argentiniens am herausragenden Schlussmann der Iraner, Alireza Haghighi. So ging es mit einem glücklichen Unentschieden für die Iraner und knappen 80 Prozent Ballbesitz für Argentinien in die Kabinen.

In der zweiten Halbzeit zeichnete sich das gleich Bild wie in Durchgang eins. Die technisch überlegenen Argentinier suchten nach Mittel und Wegen, um der tief gestaffelten iranischen Mannschaft gefährlich zu werden.

Nach und nach schöpften die Asiaten mehr Selbstvertrauen aus ihrer eigenen Leistung und boten den Argentiniern einen offen Schlagabtausch, so dass sich ein völlig offenes und ausgeglichenes Spiel entwickelte.

Immer wieder tauchte der frühere Bundesliga – Profi Dejagah gefährlich vor dem Tor der Albiceleste auf. Er entwickelte sich zum herausragenden Spieler auf Seiten des Iran, konnte jedoch seine tolle Leistung nicht durch ein Tor krönen.

Aufgrund der mangelnden Chancenverwertung und dem offenen Schlafabtausch blieb das Spiel bis in die letzte Spielminute spannend. Mit dem besseren und glücklicheren Ende für den zweimaligen Weltmeister.

In der 91. Spielminute war es wieder einmal Lionel Messi, der sein Team vor einer Blamage bewahrte und den Ball aus halbrechter Position sehenswert und unhaltbar zum erlösenden 1:0 im Tor unterbrachte.

Klarer Elfmeter

In einer Partie, die vor allem im zweiten Durchgang durch tolle Offensivaktionen geprägt war, enttäuschte wieder einmal der Unparteiische in Mitten der 22 Akteure.

Der Schiedsrichter, Milorad Mazic, aus Serbien fand zu keiner Zeit der Begegnung zu einer klaren Linie und bewies in vielen Situationen ein schlechtes Maß an Fingerspitzengefühl.

In der 55. Spielminute verweigerte der Schiedsrichter einen klaren Elfmeter für den Iran. Der Übeltäter Pablo Zabaleta spricht von einer unklaren Situation.

Jeder, der diese Situation als Außenstehender betrachtet, fragt sich weshalb ein Spieler solch eine Aussage tätigt.

In der Wiederholung, aber selbst in den Live – Bildern ist deutlich zu erkennen, wie der Argentinier seinen Gegenspieler regelwidrig zu Fall bringt und ein Strafstoß die einzig richtig Folge dieser Aktion gewesen wäre.

So ist es schwer die Aussage von Pablo Zabaleta zu bewerten, da jeder Zuschauer sieht, dass der Spieler foult und im Interview nach Spiel nur nach Ausreden zu dieser Situation sucht.

Daher ist es nur als sehr enttäuschend und sportlich unfair zu betrachten, nicht einmal nach dem Spiel die Aktion wahrheitsgetreu zu schildern.

Autor: Tom Wolny

Joe Hart: „Es ist ein seltsames, leeres Gefühl.“

Datum: 19.06.2014

Weltmeisterschaftsgruppenspiel: Uruguay – England

Der Torhüter der englischen Nationalmannschaft, Joe Hart, nach dem frühen Ausscheiden seines Teams bereits nach zwei Spielen dieser Weltmeisterschaft. Joe Hart: „Es ist ein seltsames, leeres Gefühl.“

Suarez macht den Unterschied

England wollte die knappe Auftaktniederlage gegen Italien schnell vergessen machen und präsentierte sich von der ersten Minute an spielbestimmend und sehr aktiv. Uruguay hingegen war zunächst auf eine sichere Defensive bedacht und stand tief gestaffelt, versuchte über schnelle Entlastungsangriffe zum Torerfolg zu kommen.

Im weiteren Spielverlauf entwickelte sich ein schnelles und hartes Spiel. Beide Mannschaften drängten nun auf den Führungstreffer. Doch bester Chancen reichten auf beiden Seiten nicht für den ersten Treffer der Partie.

Nachdem Wayne Rooney das Leder nach einem Gerrard – Freistoß an den Querbalken köpfte machte es Englands Fußballer des Jahres, Luis Suarez, auf der Gegenseite besser. Nach einer Maßflanke nickte der Stürmer den Ball unhaltbar ins lange Eck des Tores und sorgte so für die Pausenführung (39.).

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten präsentierten sich die Uruguayer enorm zielsicher und spielten auf das zweite Tor. Aber auch England war um den Ausgleich bemüht und prüfte Muslera im Tor Uruguays mehrmals.

Das Spiel nahm mehr und mehr an Fahrt auf, die Torraumszenen wurden weniger, aber die Intensität in den Zweikämpfen stieg enorm an.

England agierte nun bissiger und erarbeitete sich den Erfolg. Nach einer Hereingabe von Johnson, war Wayne Rooney zu Stelle und egalisierte die Führung der Südamerikaner (75.).

Die „Celeste“ zeigte sich davon nun wenig beeindruckte und stellte nur wenige Minuten später die Führung erneut her. Nach einem weiten Muslera – Abschlag verlängerte Steven Gerrard den Ball unglücklich in den Lauf von Suarez, welcher eiskalt zum 2:1 vollendete (85.).

Nach diesem erneuten Führungstreffer zeigten sich die Engländer geschockt, versuchten in den Schlussminuten jedoch noch einmal alles – ohne Erfolg. So besiegte Uruguay England knapp mit 2:1.

Ernüchternde Tage

Nach dem knappen 1:2 gegen Italien und dem erneuten 1:2 gegen Uruguay mussten die Engländer auf die Schützenhilfe Italiens gegen Costa Rica hoffen. Doch Costa Rica gewann dieses Spiel und schoss somit England bereits nach zwei Spielen zum Aus in der Vorrunde dieser Weltmeisterschaft.

Dementsprechend zeigte sich der Torhüter der Engländer, Joe Hart, auf der Pressekonferenz einen Tag später.

Er spricht von seiner Leere und der puren Enttäuschung, sowie Ratlosigkeit, die momentan im englischen Team herrscht.

Der Anspruch der Engländer, als Mutterland des Fußballs, ist sicherlich ein anderer, wie die Vorrunde zu überstehen. Doch nicht einmal dies gelang dem „Schwergewicht“ des Weltfußballs bei dieser WM.

Die Qualität der Spieler und auch die Begeisterung und Unterstützung des gesamten Landes lassen mehr erhoffen, als die Akteure in diesen beiden Spielen gezeigt haben.

Nun gilt es das bittere Ausscheiden gut zu verarbeiten und Lehren daraus zu ziehen, um womöglich schon in zwei Jahren bei der Europameisterschaft eine bessere Figur abzugeben.

Autor: Tom Wolny

Vicente del Bosque: „Dieses Szenario ging mir nie durch den Kopf.“

Datum: 18.06.2014

Weltmeisterschaftsgruppenspiel: Spanien – Chile  

Vicente del Bosque: „Dieses Szenario ging mir nie durch den Kopf.“

Der Trainer des Welt- und Europameisters, Vicente del Bosque, nach dem Ausscheiden seines Teams bereits nach ersten beiden Spielen der Vorrunde. Vicente del Bosque: „Dieses Szenario ging mir nie durch den Kopf.“

Enttäuschender Auftritt des Weltmeisters

Von Anfang an merkte man den Chilenen an, dass sie gegen den Welt – und Europameister zu allem bereit scheinen. Bereits nach zwei Minuten verfehlte der Kopfball von Jara das Tor von Ilker Casillas nur denkbar knapp.

Chile agierte engagiert und mit höchster Leidenschaft und beeindruckte so den Favoriten, welcher sich stur versuchte zum Tor zu kombinieren.

In der 20. Spielminute erwischte es die Spanier eiskalt. Nach einer Balleroberung von Sanchez tief in des Gegners Hälfte überfielen die Chilenen die Defensive der Spanier förmlich. Am Ende des Sturmlaufes spitzelte Vargas den Ball im Fallen über die Linie.

In den weiteren Minuten mussten sich die sichtlich angeschlagenen Spanier zunächst einmal erholen. Doch die Chilenen blieben weiterhin äußerst giftig und machten es so dem Favoriten schwer, für Entlastung zu sorgen.

Für die Iberer hingegen kam es noch schlimmer. Nach einem Freistoß von Sanchez faustete Casillas nur ab und legte so den Ball exakt vor die Füße von Aranguiz, welcher sich diese Chance nicht nehmen lies und das Leder im Tor verwertete (43.).

Zurück aus den Kabinen zeigte sich Spanien deutlich engagierter und sicherer als noch zuvor. Die Iberer fanden mehr und mehr zu ihrem Spiel und ließen den Ball nun besser laufen.

In der 53. Spielminute hatten die Spanier die wohl größte Chance zum Anschluss in diesem Spiel. Doch nach einer Flanke war es Sergio Busquets, der diese Möglichkeit drei Meter vor dem Tor kläglich vergab.

In dieser größten Drangphase der Spanier gelang es den Chilenen sich des Öfteren zu befreien und selbst über Konter ein weiteres Tor nachzulegen.

In der Schlussphase flachte das Bemühen der Spanier erneut ab und lies Chile so Gegner und Ball sicher vom Tor weghalten. Auch sechs Minuten Nachspielzeit halfen den Spaniern nicht, mit einer schwachen Leistung verabschiedet sich der amtierende Weltmeister bereits nach zwei Spielen aus dem Turnier.

Nie damit gerechnet

Mit der Aussage des Trainers der Spanier, Vicente del Bosque, wird deutlich wie enttäuschend und fassungslos die Spanier nach dem frühen Ausscheiden sind.

Im Interview spricht Del Bosque von einem Szenario, welches nie in den Gedanken oder Planungen des Welt – und Europameisters war.

Anhand dieser Aussage zeigt sich, dass die Spanier, richtigerweise, mit ganz anderen Vorstellungen und Zielen in dieses Turnier gegangen sind. Ziel war es sicherlich den Titel zu verteidigen und nach 2010 erneut Weltmeister zu werden.

Nun stellt sich die Frage nach den Gründen, die für dieses schnelle Ausscheiden verantwortlich sind. Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass der noch amtierende Weltmeister in beiden WM – Spielen enttäuschte und nicht zu seinem eigene Spiel fand.

Beendet dieses frühe Ausscheiden eine Ära im Weltfußball? Ist es das Ende des „Tiki – Taka“, welches in den letzten Spielzeiten die Gegner dominierte? Haben andere Nationen ihr Spiel auf den spanischen Spielstil eingestellt und nehmen ihm so die Qualität?

All das sind Fragen und Spekulationen, die nun forciert in der Welt diskutiert werden und es bleibt bis zur nächsten Europameisterschaft abzuwarten, ob sich diese Gedanken bewahrheiten.

Autor: Tom Wolny