Archiv der Kategorie: TSG Hoffenheim

Karim Bellarabi: „Ich habe so etwas noch nie erlebt, dass eine Mannschaft absteigt und so unterstützt wird. Da hatte ich eine Gänsehaut.“

Datum: 10.05.2014

34. Bundesligaspieltag:  TSG 1899 Hoffenheim – Eintracht Braunschweig

Braunschweigs Mittelfeldakteur, Karim Bellarabi, über die Fans der Eintracht aus Braunschweig nach dem unmittelbaren Abstieg in die 2. Bundesliga. Karim Bellarabi: „Ich habe so etwas noch nie erlebt, dass eine Mannschaft absteigt und so unterstützt wird. Da hatte ich eine Gänsehaut.“

Verdiente Niederlage

Den Braunschweigern merkte man von der ersten Minute an, um was es beim möglichen Bundesligaabsteiger geht.

Die Spielanlage der beiden Teams unterschied sich zu dem stark. Braunschweig war von Beginn an bemüht offensive Akzente zu setzen. Es fehlte jedoch an Ideenreichtum und Spielwitz.

Auf der anderen Seite agierten die Kraichgauer tiefgestaffelt und schalteten nach Ballbesitz blitzartig um.

Zum Nachteil der Eintracht aus Braunschweig fiel bereits nach 15 Minuten der erste Gegentreffer. Nach eine sauberen Flanke von Andreas Beck, war es Sebastian Rudy, welcher den Ball mit einem sehenswerten Kopfball unhaltbar ins lange Eck des Tores drückte.

Im weiteren Verlauf zeigten sich die Gäste deutlich unterlegen und konnten erst in der 40. Spielminute die erste Torchance verbuchen. Karim Bellarabi verpasste es aus halblinker Position den Ball im Tor unterzubringen.

Nach dem Seitenwechsel hofften die Anhänger des BTSV natürlich auf einen wahren Sturmlauf ihrer Mannschaft. Nur leider blieb dieser völlig aus.

Ganz im Gegenteil, die Hoffenheimer erhöhten mehr und mehr den Druck auf die Defensive der Niedersachsen.

In der Folgezeit wurden die Braunschweiger dann doch noch gefährlich. Domi Kumbela prüfte gleich zweimal Jens Grahl, der beide Möglichkeiten jedoch zu vereiteln wusste.

Auf der Gegenseite zeigte derweil Firmino welche Fähigkeiten er besitzt. Mit einem sehenswerten Seitfallzieher brachte er sein Team mit 2:0 in Führung (64.).

Mit diesem Gegentor war die Gegenwehr der Eintracht gebrochen und Volland setzte den vorentscheidenden Nadelstich. Mit seinem Tor in der 70. Minute besiegelte er förmlich den Abstieg der Gäste.

Kurz vor Ultimo kamen die Absteiger aus Niedersachsen letztendlich noch zu ihrem Ehrentreffer in ihrem vorerst letzten Spiel im deutschen Oberhaus des Fußballs. Jan Hochscheidt überwand mit viel Glück Jens Grahl in der 88. Spielminute.

Unglaubliche Unterstützung

Karim Bellarabi fasst die Situation und die Geschehnisse direkt nach dem Spiel gegen Hoffenheim und dem direkten Wiederabstieg aus der ersten Fußballbundesliga richtig zusammen.

Die Fans der Niedersachsen zeigten eine wahrlich mehr als Bundesligareife Leistung und unterstützen den Absteiger herausragend. Bis zur letzten Sekunde und darüber hinaus peitschten sie ihre Mannschaft an und versuchten so, das Team noch einmal zu pushen – leider vergebens.

In diesem Interview bedankt sich Bellarabi folgerichtig bei den Fans und es bleibt nur zu hoffen, dass solche Anhänger bald wieder die Möglichkeit haben, ihre Qualität in der höchsten Spielklasse des Deutschen Fußball Bundes , unter Beweis stellen zu dürfen.

Autor: Tom Wolny

Markus Gisdol: „Die Bundesliga ist zurzeit die wahrscheinlich gefährlichste Liga der Welt.“

Datum: 25.01.2014
19. Bundesligaspieltag: TSG Hoffenheim – Hamburger SV

Markus Gisdol: „Die Bundesliga ist zurzeit die wahrscheinlich gefährlichste Liga der Welt.“

Markus Gisdol, Trainer der TSG aus Hoffenheim, nach dem deutlichen 3:0 Erfolg gegen den fallenden Bundesliga – Dino Hamburger SV über die Situation im Abstiegskampf. Markus Gisdol: „Die Bundesliga ist zurzeit die wahrscheinlich gefährlichste Liga der Welt.“

Der Albtraum der Hamburger dauert weiter an

Die Gastgeber schienen sich gegen den taumelnden Dino der Bundesliga viel vorgenommen zu haben. Die TSG begann zielstrebig und aggressiv ihr Angriffsspiel aufzubauen. Bereits nach wenigen Minuten forderte Kai Herdling Jaroslav Drobny im Tor der Hamburger, welcher den Freistoß erfolgreich abwehren konnte.

Doch wenige Minuten später musste dieser sich dann schnell geschlagen geben. Nach einem Fehlpass von Lam überbrückte der Kapitän der deutschen U21 – Nationalmannschaft, das Mittelfeld schnell und bediente Roberto Firmino, der sich nicht zweimal bitten ließ und den Ball zur 1:0 Führung versenkte.

Im weiteren Verlauf drängten die Hausherren auf das schnelle zweite Tor, hatten jedoch in der einen oder anderen Situation Pech und konnten so den Vorsprung nicht ausbauen. Daraufhin nahmen die Gastgeber den Fuß etwas vom Gas und verlagerten ihre Spielweise in Richtung Spielkontrolle und Konter.

Doch dem Wechsel der Spielweise wurden auch keine Steine seitens der Hamburger in den Weg gelegt. Diese glänzten nur mit Ideenlosigkeit und machten es so den Hoffenheimer einfach, den Ball möglichst weit vom eigenen Tor zu halten. Viel mehr gelang es der TSG sich den Gegner zurechtzulegen und auf ihre Chance zu warten. In der 44. Spielminute erhöhten die Gastgeber durch Niklas Süle folgerichtig ihre Führung auf 2:0.

In Durchgang zwei verlagerte das Team von Trainer Markus Gisdol immer mehr Richtung eigene Defensive und ließen die Hamburger Ideenlosigkeit im Mittelfeld walten. Aus dieser sicheren und ungefährdeten Defensive bauten die Hoffenheimer ihr Passspiel auf und kamen vereinzelt wieder zu guten Torchancen.

Bereits in der 60. Spielminute beendete die TSG förmlich das Spiel. Nach einem Steilpass von Sejad Salihovic behielt Roberto Firmino die Übersicht und passte auf Andreas Beck, der ungehindert zum 3:0 vollenden konnte.

In den verbliebenen 30 Minuten ereignete sich ein langsames und uninteressantes Spiel. Die Gastgeber überließen, mit dem Bewusstsein der Harmlosigkeit des Gegners, den Hamburgern die Spielkontrolle und arbeiteten nur noch gegen den Ball. Das Spiel lief so vor sich hin und wartete sehnlichst auf den Abpfiff durch Günter Perl.

Unberechenbarer Abstiegskampf

Mit seiner Aussage weist Hoffenheims Trainer Markus Gisdol auf die Unberechenbarkeit der Liga im Moment hin. Keines der Teams, welches sich um die 20 Punkte befindet kann sich sicher sein. In keiner Liga der Welt, so die Aussage Gisdols, herrscht der Zeit solch eine Enge der „Kellerkinder“. Eine Vielzahl von Mannschaften spielen aktuell auf einem Niveau im unteren Abschnitt der Tabelle.

Vor wenigen Wochen befand sich auch die TSG noch auf einem deutlich schlechteren Tabellenplatz. Den Hoffenheimern reichten wenige Spiele und Punkte aus, um sich dennoch etwas Luft nach ganz unten zu verschaffen.

Genau auf diese Art und Weise der Schnelllebigkeit im Fußballgeschäft weist Trainer Gisdol mit dieser Aussage hin. Keiner kann sich im Moment erlauben, von Sicherheit im Abstiegskampf zu sprechen.

Viele Mannschaften müssen daher von Spiel zu Spiel denken zu dem auf Ausrutscher der direkten Gegner hoffen, um sich einen gewissen Puffer vor der „Roten Zone“ zu verschaffen.

Auf diese Schnelllebigkeit hoffen sicherlich auch die Fans des Hamburger SV, welche von Woche zu Woche mehr um den Verbleib ihres zu stürzen drohenden Dinos in der Fußballbundesliga bangen müssen.

Autor: Tom Wolny