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Jürgen Klopp: „So viel Fußball heute. Da müsst ihr so’ ne Kackgeschichte machen.”

Datum: 14.12.2013
16. Bundesligaspieltag: TSG Hoffenheim – Borussia Dortmund

Jürgen Klopp: „So viel Fußball heute. Da müsst ihr so’ ne Kackgeschichte machen. Ist das ein Drecksleben, das tut mir echt leid.“

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach dem Unentschieden im Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim auf eine Frage der Journalisten zur Szene als Marco Reus Schiedsrichterassistenten Mark Borsch umstieß. Jürgen Klopp: „So viel Fußball heute. Da müsst ihr so’ ne Kackgeschichte machen. Ist das ein Drecksleben, das tut mir echt leid.“

Packend und spannend bis zum Schluss

In dieser Partie des 16. Spieltages gab es zu Beginn keine Phase des Abtastens. Beide Teams begannen angriffslustig und suchten den direkten Weg zum Tor. Dortmund erzielte aus mehreren sich ergebenen Chancen das erste Tor, welches folgerichtig aufgrund der Abseitsstellung Lewandowskis zurückgepfiffen wurde (16.).
Fast im Gegenzug erzielten die Hausherren über ein tolles Kombinationsspiel im Mittelfeld den ersten regelgerechten Treffer der Partie. Sven Schipplock vollendet den Pass aus dem Mittelfeld mit einem tollen „Chip“ über den heraus eilenden Langerack (18.).

Hoffenheim zeigte sich sichtlich gestärkt und übernahm das Spielgeschehen mit Drang auf den Ausbau der Führung. Der BVB hatte zwar mehr Ballbesitz, blieb jedoch ansonsten blass in der Spielgestaltung. Ganz im Gegenteil die TSG, welche stark nach vorn spielte. Nach einer tollen Kombination zwischen Firmino und Rudy vollendete Kevin Volland aus halb – linker Position zum 2:0 (37.).

Eine eigentlich sichere Pausenführung zerstörte ein grober Fehler von Krahl kurz vor dem Pausentee. Der Torhüter ließ den Ball nach einer BVB Ecke fallen, so dass Aubameyang nach Lewandowskis schneller Reaktion auf 1:2 aus Sicht der Dortmunder verkürzen konnte (44.).

Beflügelt durch dieses Tor kam die Borussia aggressiv aus den Kabinen und erhöhte den Druck. Ähnlich dem Spiel unter der Woche in Marseille hatte man die deutliche Überhand, ließ jedoch Torabschlüsse vermissen. Hoffenheim legte nun Wert auf Konter.

In der 67. Spielminute stocherte Lukasz Piszczek den Ball über die Linie. Hoffenheim zeigte sich nun stark verunsichert. Vor allem Torhüter Krahl wankte erheblich. Dieser verschuldete fast das nächste Tor nach einem Lewandowski Schuss aus 15 Metern.

Die Schlussviertelstunde brachte noch einmal hochkarätige Chancen auf beiden Seiten, die jedoch nicht in ein Siegtor umgemünzt werden konnten. Somit trennen sich beide Teams in einem anschaulichen und packenden Spiel gerecht 2:2 Unentschieden.

Anspannung aufgrund schwerer Wochen

Jürgen Klopp, Trainer des BVB, ist durchaus für teilweise lustige und exklusive Interviews gern gesehen. Doch die Aussage in diesem Interview nach dem Unentschieden seiner Mannschaft sollte kritisch betrachtet werden. Die tägliche Arbeit der Journalisten als Drecksleben zu beschimpfen lässt jegliche Form feiner Sitten und des Anstandes vermissen. Eine solche Aussage ist übertrieben, hart und zu dem völlig unpassend.

Verständlich ist, dass ein Trainer wie Jürgen Klopp nach ähnlichen Wochen, wie sie der BVB erlebt hat, gereizt ist, aber kein Argument für eine solche Artikulation bietet. Klar ist, Borussia Dortmund liegt abgeschlagen auf Platz 3 in der Bundesliga mit fünf Punkten Rückstand auf Leverkusen und gar 12 Punkten Rückstand auf den FC Bayern München.

Anhand dieser Situation und der letzten angespannten Wochen in Bundesliga und Champions League, in der man um das Einziehen in die K.O. – Runde zittern musste, ist eine Verärgerung und Unzufriedenheit völlig verständlich, sollte aber niemals in einer solchen Ausdrucksweise enden. Abschließend bleibt festzuhalten, dass das enttäuschende Unentschieden in Hoffenheim auch nicht so schnell etwas an der Stimmung in Dortmund ändern werden kann.

Autor: Tom Wolny