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Oliver Kreuzer: „Wir sahen uns zum jetzigen Zeitpunkt gezwungen, diese Entscheidung zu treffen, obwohl wir sie gleichwohl bedauern.“

Datum: 15.02.2014
21. Bundesligaspieltag: Eintracht Braunschweig – Hamburger SV

Oliver Kreuzer: „Wir sahen uns zum jetzigen Zeitpunkt gezwungen, diese Entscheidung zu treffen, obwohl wir sie gleichwohl bedauern.“

Oliver Kreuzer, Sportchef des Hamburger SV, über die Trennung von Trainer Bert van Marwijk nach dem Bundesligaabstiegsduell gegen Eintracht Braunschweig. „Wir sahen uns zum jetzigen Zeitpunkt gezwungen, diese Entscheidung zu treffen, obwohl wir sie gleichwohl bedauern.“

Abstiegsduell stürzt den Bundesliga – Dino tiefer in die Krise

Die Partie zwischen den beiden arg abstiegsbedrohten Vereinen offenbarte Abstiegskampf pur. Beide Mannschaften gingen hart zu Werke und versuchten über den Kampf in das Spiel zu finden.

Zu erkennen war, dass sich der Hausherr vor heimischem Publikum vorgenommen hatte, neben dem Kampf auch Offensivakzente zu setzen. Doch leider fehlte es an Ideen und Präzision im Passspiel, um die wacklige HSV – Abwehr unter Bedrängnis zu bringen.

Zu allem Überfluss ging der bis zu diesem Zeitpunkt völlig Tatenlose Hamburger SV in Führung. Nach dem Einwurf von Marcel Jansen stand Torhüter Davari zu weit vor dem Tor und Pierre – Michel Lasogga konnte so mit einem Lupfer zur 1:0 Führung einnetzen (23.).

Durch den Rückstand sichtlich geschockt agierte der Gastgeber nun verunsichert und verlor seinen Faden. Der HSV versuchte nun schnell ihre Führung auszubauen. Jedoch fehlte es auch den Gästen deutlich an Selbstvertrauen, denn nichts lief in der Offensive zusammen.

Der zweite Durchgang begann mit einem Wechsel auf Seiten der Braunschweiger, welcher sich bezahlt machen sollte. Trainer Torsten Lieberknecht brachte mit Dominik Kumbela einen zweiten Stürmer um das Angriffsspiel der Braunschweiger zu verstärken.

Kumbela erzielte sofort in der 51. Spielminute noch eine Ecke der Gastgeber den verdienten Ausgleich für seine Mannschaft. Mit diesem Ausgleich war die Partie gekippt. Das Publikum war wieder aufgewacht und peitschte sein Team zur Führung – es ereignete sich ein gnadenloser Schlagabtausch.

In der 61. Spielminute war es wiederum der Joker der Braunschweiger, welcher nach einem Boland – Freistoß die Führung herstellte. Nun stellte auch der Gast aus Hamburg sein Spiel auf Offensive. Dies brachte prompt den Ausgleich durch Ivo Ilicevic in der 76. Minute.

Dies war der Auftakt in eine furiose und intensive Schlussphase der Begegnung. Der Gastgeber war sichtlich unzufrieden mit dieser Punkteteilung und intensivierte nochmals seine Offensivbemühungen.

Nach einem Freistoß wehrte Rene Adler den Ball schlecht genau vor die Füße von Braunschweigs Bicakcic ab, welcher den Ball für Kumbela vorlegte, der zum 3:2 verwandelte (85.).

Der Hamburger SV war nun gezwungen mit Mann und Maus gegen anzurennen, um die drohende Niederlage noch abzuwenden. Dies öffnete natürlich Räume für Braunschweiger Konter. In der dritten Minute der Nachspielzeit narrte Karim Bellarabi gleich zwei Gegenspieler und legte den 4:2 Endstand durch Jan Hochscheidt vor.

Erneute Trainerentlassung als richtiger Weg?

Mit seiner Aussage versucht Sportchef Oliver Kreuzer die Entlassung von Bert van Marwijk zu begründen und Zuspruch zu ernten. Doch ist dieser eingeschlagene Weg einer weiteren Trainerentlassung in Hamburg die richtige Methode die Krise zu beenden?

Fest steht, dass der Hamburger SV immer tiefer in der Tabelle fällt und man eine katastrophale Bilanz aufzuweisen hat. Der HSV hat die letzten sieben Spiele in der Bundesliga, auch gegen das Tabellenschlusslicht, verloren und kommt aus dem Fallen nicht heraus.

Doch Ex – Trainer Bert van Marwijk hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er in der Lage ist Mannschaften zu großen Taten zu führen. Aber leider wurde ihm dies in seiner sehr kurzen Amtszeit beim HSV verwehrt und ihm schnell der Arbeitsplatz streitig gemacht.

Nun bleibt die Frage, ob dies die richtige Entscheidung auf dem Weg zum Ziel Klassenerhalt war oder, ob beim Hamburger SV andere Positionen einmal überdacht werden müssten, um dieses Ziel zu verwirklichen. Zeigt sich ein Oliver Kreuzer wirklich bedauert über die Entlassung des Trainers oder ist dieser vielmehr erleichtert, dass sein Arbeitsplatz weiterhin sicher ist?

All dies sind Fragen die sich im Abstiegskampf nahezu von selbst stellen, jedoch bleibt den treuen Fans des HSV nur eine Wirkung auf die Mannschaft zu wünschen, sodass nicht der letzte verbliebene Bundesliga – Dino seine Planung der neuen Saison für Liga zwei durchführen muss.

Autor: Tom Wolny

„Scheiß drauf, weiter geht’s“.

Im Interview mit der Internetseite Sport1.de wählte der HSV-Torhüter Rene Adler die etwas gewöhnungsbedürftig-derbe Wortkonstellation „Scheiß drauf, weiter geht’s“.

Adler bezieht sich hierbei auf den frühen Gegentreffer zum Saisonauftakt nach bereits zwei Minuten (zum 0:1 gegen Schalke 04) und erklärt hierzu am 13.8.2013: „Das ist fehlende Cleverness in dieser Situation. […] das ist auch eine mentale Stärke, nicht zu sagen: ‘Es geht schon wieder los’, sondern ‘Scheiß drauf, weiter geht’s. ‘“

Worauf bezieht sich der Nationalspieler hierbei?

Bekanntlich spielte der HSV keine allzu berauschende abgelaufene Spielzeit 2012/13, die man zwar als Tabellensiebter abschloss, aber desaströs begann. Für Adler und Co. geht es konkret in dieser Situation des frühen Gegentores darum, nicht erneut in den psychologischen Abwärtsstrudel zu gelangen, der im Sommer 2012 in Hamburg wütete und für viel Wirbel sorgte.

Auf diese „mentale Stärke“ bezieht sich der Keeper vermutlich in dem Interview und will wohl damit auch verdeutlichen wie viel sicherer und stärker die Truppe unter Anleitung von Torsten Fink geworden sein will.

Die fehlende Cleverness des Ballverlustes, der zum 0:1 führte schnellstmöglich zu verarbeiten, daraus zu lernen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und in der nächsten Situation die bessere Handlungsalternative zu wählen, bzw. mehr Konzentration und Einsatz an den Tag zu legen.

Statt den Kopf in den Sand zu stecken und sich dem vermeintlichen Schicksal hinzugeben, wie letzte Saison auch beim 2:9 gegen den FC Bayern zu beobachten, scheinen die Hansestädter mit neuem Elan in die angebrochene Spielzeit starten zu wollen.

Sinnbildlich für diese kämpferische Einstellung, auf die grundlegend (fußballerischen) Erfolg basiert, wählte Adler vermutlich die derbe Wortvariante und verdeutlicht damit nicht nur das Bedürfnis den soeben erlegten Misserfolg schnellstmöglich zu verdauen, sondern übertragen auch den sehnlichen Wunsch danach, nicht mehr einen solchen Saisonstart wie 2012/13 erleben zu müssen.

Von Dominik Langenegger