Diego Simeone: „José Mourinho kam bereits zehn Minuten vor dem Ende zu mir und hat mir gratuliert. Das war eine tolle Geste.“

Datum: 29.04.2014         

Champions League Halbfinale: FC Chelsea London – Atletico Madrid

Der Trainer von Atletico Madrid, Diego Simeone, nach dem Erreichen des Champions  – League – Finales über Jose Mourinho. Diego Simeone: „José Mourinho kam bereits zehn Minuten vor dem Ende zu mir und hat mir gratuliert. Das war eine tolle Geste.“

Scheitern der „Beton – Taktik“

Zwar bot der Trainer der Hausherren, Jose Mourinho, im Rückspiel dieser Halbfinalbegegnung eine deutlich veränderte Beton – Taktik auf, wurde jedoch dafür nicht belohnt.

Die Gastgeber bestimmten von Beginn an das Spiel und hatten deutlich mehr Spielanteile. Aber aufgrund der engen Geschlossenheit der Spanier konnte die Spieler des FC Chelsea keine wirklich Gefahr für das Tor der Gäste ausstrahlen.

Doch plötzlich ging es schnell. In der 36. Spielminute generierten die Spieler des FC Chelsea eine tolle Ballstafette, die Fernando Torres blitzsauber zur 1:0 Führung vollendete.

In der Folgezeit zog sich Chelsea London mehr und mehr in die eigene Hälfte zurück und versuchte augenscheinlich diesen Vorsprung bereits in dieser frühen Phase der Begegnung zu verwalten.

Diese veränderte Taktik des Gastgebers aus London sollte sich noch vor dem Seitenwechsel rächen. Nach eine Flanke auf den zweiten Pfosten legte Juanfran den Ball quer auf Adrian Lopez, welcher den Ball humorlos in den Maschen des Tores der Londoner versenkte (44.).

Zurück aus der Halbzeit waren die Spanier sofort wieder am Drücker und bespielten die Gastgeber aggressiv.

Jedoch blieb es den Gästen in dieser Phase verwehrt diese Überlegenheit in Tore umzumünzen.

Es dauerte bis zur 60. Spielminute bis die Spanier das Spiel drehen konnten. Nach einer Flanke Atleticos stieg Samuel  Eto’o zu harte gegen Diego Costa ein und brachte diesen dadurch zu Fall. Klare Angelegenheit in dieser Situation auf Elfmeter zu entscheiden. Diesen verwandelte der Topstürmer der Madrilenen sich zur 2:1 Auswärtsführung.

Im weiteren Spielverlauf kam auch der FC Chelsea noch einmal gefährlich vor des Gegners Tor, konnte den Ball jedoch nicht zum Ausgleich in diesem unterbringen.

Auf der anderen Seite machten es die Gäste aus Spanien deutlich besser und entschieden diese Partie knapp 20 Minute vor dem Ende für sich.

Nach einem tollen öffnenden Pass legte Juanfran perfekt für Arda Turan ab, welcher den Ball mit dem ersten Kontakt an die Latte zimmerte und im Nachsetzen zum entscheidenden 3:1 vollendete (72.).

In der Schlussphase war es dann weiterhin Atletico, die das Spiel bestimmten und den Gegner nahezu vorführten. Die Spanier ließen in dieser Phase des Spiels nichts mehr zu und stehen damit verdient am 24. Mai 2014 im Stadtduell gegen Real Madrid im Finale von Lissabon auf dem Rasen.

Faire Geste

Nach dem Führungstreffer seiner Mannschaft stellte der Trainer der Blues, Jose Mourinho, erneut auf seine Beton – Taktik um, welche sich in diesem Spiel leider als völlig falsch erwies.

Die ersten 35. Minuten zeigten ein deutlich verändertes Chelsea, dass Hoffnung auf mehr machte. Doch scheinbar wird sich die Auffassung über Taktik und Spieleinstellung beim portugiesischen Startrainer nie ändern.

Zu mindestens scheint sich aber das Verhalten des Badboy – Mourinho abseits des Platzes zu ändern. Dies macht die Aussage von Atletico – Trainer, Diego Simeone, deutlich. Er bewundert die Geste seines Gegenübers an diesem Abend.

Bereits 10 Minuten vor Abpfiff, vor heimischem Publikum, dem Trainer der Rivalen zu gratulieren, zeigt wahre charakterliche Größe und eine tollen Sportsgeist. Eben genau dies, was dem Trainer des FC Chelsea eigentlich zu fehlen schien. Dafür gilt es höchsten Respekt zu zollen.

Autor: Tom Wolny

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