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Thomas Eichin: „Heute hätten wir wahrscheinlich drei Torhüter reinstellen müssen.“

Datum: 07.12.2013
15. Bundesligaspieltag: SV Werder Bremen – FC Bayern München

Thomas Eichin: „Heute hätten wir wahrscheinlich drei Torhüter reinstellen müssen, um diese Niederlage zu verhindern.“

Werder Bremens Manager nach dem Heimspieldebakel gegen den FC Bayern München über die Möglichkeit der Abwendung dieser Niederlage. Thomas Eichin: „Heute hätten wir wahrscheinlich drei Torhüter reinstellen müssen, um diese Niederlage zu verhindern.“

Unglaubliche Dominanz

Im Bremer Weserstadion lieferte der amtierende Deutsche Meister ein wahres Spektakel gegen desaströse Bremer ab. Mit Europas Fußballer des Jahres in den Reihen des Rekordmeisters stand der Mann des Spiel mit zwei Toren und zwei Assists sinnbildlich für die Dominanz der Münchner.

Werder Bremen überstand die ersten 15 Minuten ohne Gegentor, kam zu dem selbst durch Aaron Hunt zur ersten Möglichkeit des Spiels (17. Minute). Doch leider war dies das letzte Lebenszeichen der Grün – Weißen an diesem Tag. Im weiteren Spielverlauf ging alles, ähnlich dem Münchner Spiel, ziemlich schnell. In der 21. Spielminute eröffnete Franck Ribery den Torreigen der Bayern. Sein abgefälschter Schuss fand letztendlich den Weg ins Bremer Tor. Nur sechs Minuten erhöhte Daniel van Buyten nach einem Kroos Freistoß per Kopf auf 2:0. Werder verfiel sichtlich in Schockstarre. Die bis dahin gute Defensive passte sich nun dem mäßigen Niveau der Offensive an – das Fehlschlagen der Bremer Abseitsfalle ebnete Franck Ribery den Weg zum 3:0 Halbzeitergebnis (38.).

In der zweiten Halbzeit ereignete sich das gleiche Bild – der Rekordmeister dominierte die Nordlichter, die eine tolle Moral aufweisen, nach Belieben. Werder durfte sich zu diesem Zeitpunkt bei ihrem Keeper Rafael Wolf bedanken, der die Fehler seiner Vorderleute mit starken Aktionen ausbügelte.

Doch binnen acht Minuten erhöhten die Münchner Bayern in der Folge erst auf 4:0, dann auf 5:0 (Mandzukic 60./Müller 68.). Damit war dem FCB noch nicht die Lust vergangen. Gegen nun wehrlose Bremer brannte die Offensive ein wahres Kurzpassfeuerwerk ab. Der weiterhin hohe Aufwand wurde in Form von Toren nochmals belohnt. Ribery und Mario Götze trafen in den verbleibenden zehn Minuten zum 0:7 Endstand aus Bremer Sicht.

Andauernde Torwartfrage?

Werder Manager Thomas Eichin musste diese derartige Niederlage mit etwas Lächeln betrachten und seiner Aussage nach dem Spiel etwas Sarkasmus beifügen. Er wählt hier eine Form der Übertreibung in dem er von drei Torhütern spricht, die es an diesem Tage für einen Sieg gebraucht hätte.

Desweiteren wird deutlich, dass er sofort versucht die Schuld von seinem Torhüter Rafael Wolf zu nehmen, der an keinen der Gegentore nur einen Hauch einer Chance hatte. Bezogen auf den, von Trainer Robin Dutt, vorgenommenen Torwartwechsel, schützt Eichin zeitgleich auch den Trainer der Bremer – übt keine Kritik an dieser Entscheidung und gibt somit auch keinen Spielraum für eventuelle Diskussionen über Torhüter oder gar den Trainer.

Auffällig wird hingegen, dass er mit seiner Aussage herbe Kritik an der Leistung der restlichen Mannschaft übt.

Doch abschließend fest zu halten bleibt, dass auch mehrere Glanzparaden von Keeper Wolf das Verwüsten des Weserstadions durch Sturm „Pep“ nicht verhindern konnten.

Autor: Tom Wolny

Dieter Hecking: “Ich ziehe den Hut vor Diego”

Dieter Hecking im kicker-Interview über seinen Spieler Diego. Hecking: “Ich ziehe den Hut vor Diego”
Nach zwei Siegen und zwei Niederlagen zum Start in die Bundesliga-Saison 2013/14 sieht Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking noch Steigerungspotenzial im Verein und insbesondere in seiner Mannschaft.

Diego ist reifer geworden

Über seinen etwas besonderen Spieler Diego spricht der Übungsleiter im Gespräch mit Thomas Hiete in den höchsten Tönen, so lesen sich seine Aussagen „ich ziehe den Hut vor Diego“ oder „er ist hochprofessionell“ wie die Worte über einen anderen Akteur, nicht den immer wieder zweifelhaft auffallenden Brasilianer.
Darauf angesprochen wünscht sich Hecking gar, dass der 28-Jährige verlängert und verrät, dass demnächst positiv erwartete Gespräche geführt werden sollen.

Nach Ansicht des VfL-Trainers hat der Spielmacher, dessen Vertrag 2014 ausläuft, zu seinen spielerischen Qualitäten vor allem in Bezug auf seine Persönlichkeit deutliche Fortschritte erzielt: “Ich finde, Diego hat einen richtig guten Weg gefunden, mit den vielen Fouls und Provokationen seiner Gegenspieler umzugehen. Er ist deutlich reifer und ruhiger geworden.”

Wieso trifft Hecking diese Aussagen?

Hier muss deutlich zwischen drei Fällen unterschieden werden. Womöglich hat sich Diego in der bisherigen Amtszeit unter dem Übungsleiter so positiv entwickelt oder ein so zusagendes Bild von sich präsentiert, dass die äußerst wohlwollend formulierten Worte von Hecking eine ehrliche Einschätzung vom Verhalten des Brasilianers widerspiegeln.

Eventuell war die öffentliche Wahrnehmung des Ausnahmespielers aber auch viel zu negativ geprägt. Immerhin lieferte Diego in Diensten von Werder Bremen stabil hervorragende Leistungen ab und geriet kaum in unartige Schlagzeilen.

Die wenigen Situationen wie 2011 die Flucht aus dem Mannschaftshotel bei Nichtnominierung für die Startelf (beim VfL unter Felix Magath) bestimmten unter Umständen das wahrgenommene Bild des reichen und gelegentlich aufbrausenden Mittelfeldakteurs. Hecking könnte durch seine gezielten Aussagen lediglich versucht haben dieses Bild zurechtzurücken.

Oder aber der VfL-Trainer wollte in die psychologische Trickkiste greifen und mit bewusst positiv-lobenden Aussagen gar keine negativen Tendenzen aufkommen lassen, für Zufriedenheit und Rückhalt bei seinem Ausnamekönner sorgen und auch dadurch trotz eines unzureichenden Saisonstarts nach außen hin ein ansprechendes Abbild darstellen.

Hecking nimmt Diego den Druck

Außerdem nimmt Hecking dadurch Druck von Diego, der sich nicht mehr superartig beweisen muss – der Übungsleiter überträgt mit einem Trick sogar Druck auf die Schiedsrichter („Diego hat einen richtig guten Weg gefunden, mit den vielen Fouls und Provokationen seiner Gegenspieler umzugehen“) und lenkt die Aufmerksamkeit auf Aktionen, die gezielt versuchen seinen Spielmacher in negatives Licht zu setzen.

Wie dem auch sei, die fußballerischen Qualitäten von Diego kann jedes Team gut gebrauchen. Der weitere (Saison-)Verlauf wird vermutlich zeigen, welche Variante der Realität am nächsten kommt.

Von Dominik Langenegger