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Joseph Guardiola: „Ich spreche über die Spieler, die gespielt haben.“

Datum: 08.02.2014
20. Bundesligaspieltag: 1. FC Nürnberg – FC Bayern München

Joseph Guardiola: „Ich spreche über die Spieler, die gespielt haben.“

Pep Guardiola, Trainer des FC Bayern München, nach dem 48. Bundesligaspiel ohne Niederlage, zur Personalie Toni Kroos, welcher zum zweiten Mal nacheinander 90 Minuten nur die Zuschauerrolle einnahm. Pep Guardiola: „Ich spreche über die Spieler, die gespielt haben.“

Erneuter und verdienter Münchner Sieg im Bayern – Derby

Entgegen allen Erwartungen gehörte die Anfangsphase den Hausherren aus Nürnberg. Das Spiel des Clubs war geprägt von harter und effektiver Zweikampfführung, gefolgt von einem schnellen Umschaltspiel in die Tiefe auf das Tor von Manuel Neuer. So erspielten sich die Nürnberger gute Chancen (3./4.).

Auch im weiteren Verlauf der ersten 20 Minuten schien der Rekordmeister vieles der letzten Spiele vermissen zu lassen, nutzte aber gegen euphorische Gastgeber die erste zwingende Möglichkeit in Person von Mario Mandzukic nach einer Flanke von David Alaba (18.).

Geschuldet dem 0:1 und mehreren unglücklichen Verletzungen erlitt das gute Spiel der Nürnberger einen deutlichen Bruch. Der Gast aus München fand mehr und mehr zu seinem dominanten Ballbesitz.

In den verbliebenen Minuten des ersten Durchgangs ereigneten sich mehrere Torchancen auf beiden Seiten, die durch Pech bzw. Glück nicht ihren Weg über die Torlinie fanden.

Die nach wie vor auflebende Hoffnung und Euphorie der Franken wurde zeitig in der zweiten Hälfte gedämpft. Nach einer Mandzukic – Flanke erzielte der freistehende Kapitän der Münchner, Philipp Lahm, die 2:0 Auswärtsführung für den FC Bayern (49.).

Mit diesem 0:2 Rückstand verlor der Club sichtlich an Überzeugung an einen Überraschungs – Punktgewinn. Nun war der FC Bayern wieder in seinem Element und ließ Ball sowie Gegner nach Belieben laufen.

Schon mit Beginn der letzten halben Stunde des Spiels im Bayern – Derby schaltete der Favorit aus München deutlich einen Gang herunter und ließ so auch nichts mehr anbrennen.

Probleme im Münchner – System?

Auf dem Platz lässt der Rekordmeister aus München zurzeit keine Zweifel offen und bespielt jeden Gegner nach Belieben. Alle Teile dieser Bayern – Maschine laufen ohne Fehler und es schreit nahezu alles nach Perfektion auf allen Ebenen und in allen Bereichen.

Doch der Vertragspoker um Toni Kroos wirft Schatten auf die so perfekte Welt der Münchner. Auch die undeutliche Aussage des Cheftrainers Pep Guardiola verrät keinen Fortschritt in dieser Personalie.

Festzuhalten ist, dass seit den Uneinigkeiten des deutschen Nationalspieler mit seinem Verein, die Einsatzzeit Kroos‘ gegen Null geht und er keine Minute in den letzte beiden Partien absolvierte.
Es bleibt nun abzuwarten, ob diese ersten Probleme in der heilen Guardiola – Welt den Motor des Spiels zum Stocken bringen oder wie alle Probleme auf dem Platz, auch diese Angelegenheit souverän gelöst wird.

Für die Spannung der Bundesliga würde es sicherlich keinen Nachteil ergeben, wenn sich etwas Sand ins Getriebe der Münchner schleichen würde.

Autor: Tom Wolny

Sammer: „Ich habe ihn als Fußballromantiker bezeichnet.“

Datum: 09.11.2013
12. Bundesligaspieltag: FC Bayern München – FC Augsburg

Matthias Sammer, Sportvorstand des FC Bayern München über Pep Guardiola nach dem klaren 3:0 Erfolg über Augsburg und dem Aufstellen einer weiteren Bestmarke in diesem Jahr. Matthias Sammer: „Ich habe dann nachher noch einmal mit ihm gesprochen und ihn als Fußballromantiker bezeichnet.“

Souveräne Bayern

Ein hochinteressantes und tolles Spiel entwickelte sich über keine der 90 Minuten in der Münchner Allianz Arena. Das lag jedoch nicht an der geringen Qualität des Gastes aus Augsburg, sondern vielmehr an der unnachahmlichen Präsenz und Stärke des Rekordmeisters, der nach diesem Tage 37 Ligaspiele ohne Niederlage blieb. Zu dem schaffte es bisher kein Trainer der Bundesliga aus den ersten 12 Spielen 32 Punkte zu holen. Von 36 möglichen – unglaublich.

Bereits nach vier Minuten erzielte Jerome Boateng die zeitige Führung der Münchner Bayern. Nach einem Eckball fand der Schuss aus der Drehung des Nationalverteidigers den Weg ins Tor des FC aus Augsburg. In der Folgezeit entwickelte sich eine wahre Dominanz und Abgeklärtheit, die seines Gleichen sucht. Die Münchner waren bissig, aggressiv und ließen nahezu nichts an Chancen zu.

Kurz vor der Halbzeit erhöhte Europas Fußballer des Jahres, Franck Ribery, mit einem ansehnlich, direkt verwandelten Freistoß, auf 2:0. Mit einer sicheren und unangefochtenen 2:0 Führung kamen die Bayern aus der Kabine. Mit einem starken Pressing und gutem Aufbauspiel unter Pep Guardiola verfiel nicht ein Hauch der Dominanz aus Halbzeit eins. Zwar waren die Augsburger nun bemüht, etwas offensiver zu agieren, doch die Bayern hatten das Geschehen weitgehend im Griff und ließen bis auf zwei Torschüsse von Moravek (46.) und Hahn (64.) nichts zu.

Doch die Torgefahr des FCB blieb auch aus. Erst in der Schlussphase kamen die Gastgeber wieder häufiger gefährlich vor das Augsburger Tor, aber die eingewechselten Arjen Robben (73./87.) und Jan Kirchhoff (86.) versäumten es, den Vorsprung weiter auszubauen. Dies dauerte bis zur Nachspielzeit als der eingewechselte Thomas Müller, per Handelfmeter, auf 3:0 erhöhte und das Endergebnis herstellte.

Eine besondere Form des Lobes

Die Aussage Sammers zu Pep Guardiola lobt diesen in den höchsten Tönen. Einen Fußballtrainer, sei es auch ein Lehrers des Fußballs, mit Romantiker zu betiteln scheint doch eher unangebracht und dem Sport fern.

Blickt man jedoch auf die Erfolge, die der FC Bayern unter Guardiola in der noch jungen Saison schon eingefahren hat, relativiert sich der Gedanke nach Übertreibung. Mit dieser Aussage, auch bezogen auf die Ergebnisse in den letzten Wochen, zeigt Sammer seine große Zufriedenheit am Verlauf der Saison und der Entwicklung der Mannschaft.

Mit der Betitelung Joseph Guardiolas als gefühlsbetonten und träumerischen Fußballfachmann, was ein Fußballromantiker ist, verliert dieser jedoch nicht die Grundlage seiner wahren Begabung. Denn jener Ausnahmetrainer ist mit einem derart hohen sportlich – analytischen Verstand ausgestattet, der ihm offenkundig keinen Abbruch tut.

Genau dieser analytische Verstand verhilft den Münchner Bayern derzeit zu solchen Höhenflügen in der Champions League wie auch in der Liga. Die Bayern unter dem Hirn, Pep Guardiola, schweben zurzeit über den Dingen in der Fußballwelt.

Es scheint so, als könnte selbst das Kräftemessen der Schwergewichte am kommenden Spieltag nichts daran ändern. Am Samstag, den 16.11.13, reisen die Münchner zum arg gebeutelten BVB nach Dortmund. Alle Vorzeichen deuten daraufhin, dass die Serie der „Überflieger – Bayern“ fortgesetzt wird.

Doch die Schwarz – Gelben sind fest entschlossen ihre komplett schwarze Vorwoche mit einem Paukenschlag vergessen zu machen.

Autor: Tom Wolny