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Vicente del Bosque: „Dieses Szenario ging mir nie durch den Kopf.“

Datum: 18.06.2014

Weltmeisterschaftsgruppenspiel: Spanien – Chile  

Vicente del Bosque: „Dieses Szenario ging mir nie durch den Kopf.“

Der Trainer des Welt- und Europameisters, Vicente del Bosque, nach dem Ausscheiden seines Teams bereits nach ersten beiden Spielen der Vorrunde. Vicente del Bosque: „Dieses Szenario ging mir nie durch den Kopf.“

Enttäuschender Auftritt des Weltmeisters

Von Anfang an merkte man den Chilenen an, dass sie gegen den Welt – und Europameister zu allem bereit scheinen. Bereits nach zwei Minuten verfehlte der Kopfball von Jara das Tor von Ilker Casillas nur denkbar knapp.

Chile agierte engagiert und mit höchster Leidenschaft und beeindruckte so den Favoriten, welcher sich stur versuchte zum Tor zu kombinieren.

In der 20. Spielminute erwischte es die Spanier eiskalt. Nach einer Balleroberung von Sanchez tief in des Gegners Hälfte überfielen die Chilenen die Defensive der Spanier förmlich. Am Ende des Sturmlaufes spitzelte Vargas den Ball im Fallen über die Linie.

In den weiteren Minuten mussten sich die sichtlich angeschlagenen Spanier zunächst einmal erholen. Doch die Chilenen blieben weiterhin äußerst giftig und machten es so dem Favoriten schwer, für Entlastung zu sorgen.

Für die Iberer hingegen kam es noch schlimmer. Nach einem Freistoß von Sanchez faustete Casillas nur ab und legte so den Ball exakt vor die Füße von Aranguiz, welcher sich diese Chance nicht nehmen lies und das Leder im Tor verwertete (43.).

Zurück aus den Kabinen zeigte sich Spanien deutlich engagierter und sicherer als noch zuvor. Die Iberer fanden mehr und mehr zu ihrem Spiel und ließen den Ball nun besser laufen.

In der 53. Spielminute hatten die Spanier die wohl größte Chance zum Anschluss in diesem Spiel. Doch nach einer Flanke war es Sergio Busquets, der diese Möglichkeit drei Meter vor dem Tor kläglich vergab.

In dieser größten Drangphase der Spanier gelang es den Chilenen sich des Öfteren zu befreien und selbst über Konter ein weiteres Tor nachzulegen.

In der Schlussphase flachte das Bemühen der Spanier erneut ab und lies Chile so Gegner und Ball sicher vom Tor weghalten. Auch sechs Minuten Nachspielzeit halfen den Spaniern nicht, mit einer schwachen Leistung verabschiedet sich der amtierende Weltmeister bereits nach zwei Spielen aus dem Turnier.

Nie damit gerechnet

Mit der Aussage des Trainers der Spanier, Vicente del Bosque, wird deutlich wie enttäuschend und fassungslos die Spanier nach dem frühen Ausscheiden sind.

Im Interview spricht Del Bosque von einem Szenario, welches nie in den Gedanken oder Planungen des Welt – und Europameisters war.

Anhand dieser Aussage zeigt sich, dass die Spanier, richtigerweise, mit ganz anderen Vorstellungen und Zielen in dieses Turnier gegangen sind. Ziel war es sicherlich den Titel zu verteidigen und nach 2010 erneut Weltmeister zu werden.

Nun stellt sich die Frage nach den Gründen, die für dieses schnelle Ausscheiden verantwortlich sind. Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass der noch amtierende Weltmeister in beiden WM – Spielen enttäuschte und nicht zu seinem eigene Spiel fand.

Beendet dieses frühe Ausscheiden eine Ära im Weltfußball? Ist es das Ende des „Tiki – Taka“, welches in den letzten Spielzeiten die Gegner dominierte? Haben andere Nationen ihr Spiel auf den spanischen Spielstil eingestellt und nehmen ihm so die Qualität?

All das sind Fragen und Spekulationen, die nun forciert in der Welt diskutiert werden und es bleibt bis zur nächsten Europameisterschaft abzuwarten, ob sich diese Gedanken bewahrheiten.

Autor: Tom Wolny

Sami Khedira: „Wir waren schon tot.“

Datum: 24.05.2014

Champions League Finale: Real Madrid – Atletico Madrid

Sami Khedira, Mittelfeldmotor Real Madrids, im Interview direkt nach dem Finale in Lissabon. Sami Khedira: „Wir waren schon tot.“

Aufopferungsvolles Altletico

Die Partie zeigte von Beginn an, was die Mehrheit erwartet hatte. Real besaß den Großteil an Ballbesitz und Atletico bestach durch hohe Laufarbeit und eine tolle taktische Einstellung.

Doch auch die Defensive der Königlichen, um Sergio Ramos, ließ keine Fehler zu und stand sattelfest.

Bereits nach einer knappen halben Stunde fiel das erste Tor. Zum Staunen aller Zuschauer jubelten nicht die Königlichen, sondern die Rojiblancos.

Nach einer Flanke von Juanfran in den Strafraum der Köngilichen setzte sich Godin im Kopfballduell gegen Sami Khedira durch und nutzte so den Stellungsfehler von Casillas im Tor der Madrilenen zur 1:0 Führung (36.).

In der Folgezeit gelang es den Königlichen jedoch nicht gefährlich vor das Tor von Courtois zu kommen. Dafür wurde es in der eigenen Defensive noch eimal eng.

Doch Adrian nutzte die gute Kopfballmöglichkeit nicht. Somit ging es mit einer knappen 1:0 Führung Atleticos in die Halbzeit.

Auch in der Anfangsphase der zweiten 45 Minuten änderte sich nichts an der Ideenlosigkeit der Königlichen. Einzig und allein über Standarts konnten die Weltstars nun etwas Gefahr versprühen.

Mehr und mehr wurde Real deutlich, was auf dem Spiel zu stehen schien. Dies machte sich im weiteren Spielverlauf deutlich.

Zum Entsetzten aller Real Madrid – Fans dauerte es bis zur Nachspielzeit der regulären 90 Minuten, ehe Sergio Ramos mit seinem Kopfballtor seine Mannschaft in die Verlängerung köpfte (90. + 3).

In der Verlängerung zeigte sich, das Real Madrid den größeren Willen aufbringen konnte. Nach einem sehenswerten Antritt und dem anschließenden Dribbling von Di Maria köpfte Bale seine Mannen mit 2:1 in Führung (110.).

Dieses Tor brachte die Entscheidung in diesem hart umkämpften und guten Finale. In den weiteren Minuten gelang es den Königlichen das Ergebnis noch auf ein 4:1 (Marcelo/Ronaldo) in die Höhe zu treiben, doch dies war der Erschöpfung und Enttäuschung der Rojiblancos geschuldet.

Khedira bringt es auf den Punkt

Sami Khedira findet die richtigen Worte nach diesem hochemotionalen Spiel gegen den Stadtrivalen aus Madrid.

Khedira spricht davon, dass sein Team nach dem 0:1 in der 36. Spielminute so gut wie ausgeschieden war. Er spielt vor allem darauf an, dass es den Königlichen an jeglichen Mitteln fehlte, um die Führung des Rojiblancos aus der ersten Hälfte zu egalisieren.

Die Aussage des Deutschen zielt zum dem auf die „Lastminute“ – Rettung vom ewigen Antreiber Reals, Sergio Ramos, ab.

Bis zu dieser 93. Spielminute war es Real nicht gelungen wirklich gefährlich vor das Tor Atleticos zu kommen.

Daher ist diese Aussage von Khedira vollkommen richtig und beschreibt sehr gut die Gedankengänge der Spieler von Real Madrid in den regulären 90 Minuten diess Finales.

Autor: Tom Wolny

Hans – Joachim Watzke: „Das war ein fantastisches Spiel. Trotzdem sind wir enttäuscht. Wir waren ganz nah dran. Beim dritten Tor wäre Real Madrid tot gewesen. Und wir hätten es zwei oder drei Mal machen können.“

Datum: 08.04.2014         

Champions League Viertelfinale: Borussia Dortmund – Real Madrid

Der Geschäftsführer des BVB, Hans – Joachim Watzke, nach dem Champions – League – Viertelfinal –  Rückspiel vor heimischen Publikum gegen Real Madrid. Hans – Joachim Watzke: „Das war ein fantastisches Spiel. Trotzdem sind wir enttäuscht. Wir waren ganz nah dran. Beim dritten Tor wäre Real Madrid tot gewesen. Und wir hätten es zwei oder drei Mal machen können.“

Weidenfeller sorgt für die Initialzündung

Von Beginn an ließ der BVB erahnen, was an diesem Abend ihrerseits passieren sollte. Die Hausherren versuchten früh zu attackieren und so den Spielaufbau der Gäste schnellst möglich zu stören.

Real hingegen agierte die ersten Minuten eben so konzentriert und abgeklärt und passte sich dem frühen Pressing der Dortmunder an, in dem man sehr defensiv stand.

In der 16. Spielminute verstummte das komplette Stadion als die Defensiv – Taktik der Madrilenen aufzugehen erschien. Nach einer Flanke von Coentrao spielte Lukasz Piszczek den Ball im Strafraum mit der Hand – Elfmeter. Doch Roman Weidenfeller parierte diesen Strafstoß von Di Maria und der BVB fand zu einem Spiel, welches seines Gleichen sucht.

Die Dortmunder begannen nun noch früher zu attackieren und setzten die spanischen Gäste mit einem solch enormen Pressing unter Druck, dass diese damit nicht zu recht kamen.

Bereits in der 19. Spielminute vergab Henrikh Mkhitaryan nach toller Vorarbeit von Lewandowski und Reus eine fast schon hundertprozentige Chance zur frühen Führung.

Doch nur wenige Minuten später wurde das Spiel der Borussia belohnt als Reals Verteidiger Pepe nach einem langen Ball der Dortmunder patzte und Reus Casillas ausspielte und zur 1:0 Führung einschob (24.).

Die Gastgeber spielten sich weiter in einen Rausch, der gegen passive und zweikampfschwache Madrilenen unerklärlich schien. In der 32. Minute parierte Casillas einen Kopfball von Mats Hummels, ehe er in der 37. Spielminute das zweite Mal hinter sich greifen musste.

Nach einem Fehler im Aufbauspiel Reals schaltete Marco Reus schnell um und spielte Robert Lewandowski frei, welcher den Ball gekonnt ins lange Eck zur 2:0 Pausenführung schlenzte.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste aus der spanischen Hauptstadt besser ins Spiel und agierten nun selbst in der Offensive. Zweimal Gareth Bale (49./59.), gegen den Weidenfeller toll reagierte und Benzema (64.), der im letzten Moment noch von Hummels gestoppt werden konnte, vergaben gute Chancen auf den Anschlusstreffer.

Dieses Aufbäumen der Spanier hielt nicht lange an und der BVB kam stark zurück ins Spiel und erspielte sich Chance um Chance, die zum Leid der Dortmunder zum Teil kläglich vergeben wurden. Mit einem Dreierpack an sehr guten Möglichkeiten vergaben die Borussen einen weiteren Treffer, um das Hinspielergebnis zu egalisieren.

Zweimal Henrikh Mkhitaryan (65./68.) und einmal Kevin Großkreutz (70.) verpassten es die größte Druckphase der eigenen Mannschaft im zweiten Durchgang zu belohnen.

Im Anschluss an diese Chancen zeigten sich die Folgen des hohen Aufwandes der Dortmunder. In der Schlussphase mussten die Hausherren, geschuldet dieser enormen Energieleistung ihr Tempo etwas zurückschrauben, was Real natürlich entgegen kam.

Immer wieder blieben die Madrilenen in dieser letzten Phase des Spiels gefährlich über Konter, ohne das der BVB auf der anderen Seite noch einmal wirklich gefährlich werden konnte.

So scheidet ein herausragend spielender BVB im Rückspiel gegen Real Madrid aus der Champions – League – Saison 2013/14 nur denkbar knapp aus.

Versäumnis zur Erhöhung des Spielstandes

In der Aussage des Geschäftsführer von Borussia Dortmund wird die Enttäuschung über das Ausscheiden aus der Champions League deutlich.

Zum einen ist es großartig mit solch einem Spiel auszuscheiden, doch auf der anderen Seite ist es einfach nur traurig das Weiterkommen so knapp verpasst zu haben.

Anhand dieser Aussage wird außerdem klar, dass jeder gesehen hat, dass Real Madrid bei einem weiteren Tor der Dortmunder völlig tot gewesen und ein viertes Tor nur eine Frage der Zeit gewesen wäre.

Bei allem Lob und jeglicher Freude über dieses herausragende Spektakel übt Watzke auch Kritik an der Chancenverwertung und womöglich speziell an Henrikh Mkhitaryan, welcher beste Chancen vergab, in dem er davon spricht, dass die Möglichkeiten zur Erhöhung des Spielstandes mehrmals gegeben waren.

Autor: Tom Wolny