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Pep Guardiola: „Unsere Arbeit in der Bundesliga ist vorbei, ist gemacht. Wir haben den Titel im Museum.“

Datum: 29.03.2014

29. Bundesligaspieltag: FC Augsburg – FC Bayern München

Der Trainer des FC Bayern München, Pep Guardiola, im Interview nach dem Spiel gegen den FC Augsburg und der ersten Saisonniederlage seiner Mannschaft. Pep Guardiola: „Unsere Arbeit in der Bundesliga ist vorbei, ist gemacht. Wir haben den Titel im Museum.“

Verdienter Erfolg

Mit Anpfiff dieser Partie merkte man den motivierten Hausherren an, dass man die neuformierte Meisterelf zu Fehlern zwingen wollte. Die Augsburger attackierten den FC Bayern früh und spielten so frech auf.

Bereits in der sechsten Spielminute wurde es zum ersten Mal gefährlich als Manuel Neuer einen Schuss von Ostrzolek noch zu Ecke abwehren konnte.

Den Gästen aus München merkte man an, dass die Sicherheit und Dominanz aufgrund der neuen Formation wie weggeblasen schien und man so erst einmal bemüht war den laufstarken und aggressiven Gastgebern Paroli zu bieten.

Erst im weiteren Spielverlauf schafften es die Münchner ihr gewohntes Passspiel und die Ballsicherheit aufzubauen, die sie in den 53 siegreichen Spielen zuvor an den Tag gelegt hatten. Jedoch gelang es ihnen nicht echte Torchancen zu generieren.

Ganz im Gegenteil die Augsburger, welche nach Ballgewinn immer wieder schnell umschalteten und den sofortigen Pass in die Tiefe suchten.

In der 31. Spielminute belohnten die Hausherren letztendlich ihr aufwendiges und sehenswertes Spiel gegen die Münchner Bayern.

Daniel Baier eroberte den Ball gegen Mitchel Weiser und steckte den Ball intelligent auf Sascha Mölders durch, welcher Manuel Neuer mit einem platzierten und straffen Schuss keine Chance zur Abwehr lies und die 1:0 Halbzeitführung seiner Mannschaft erzielte.

Durchgang zwei zeigte, dass Pep Guardiola wo möglich die richtigen Worte in der Pause fand. Seine Mannschaft trat nun aggressiver auf und legte an Intensität zu. Erste Chancen durch Mandzukic und Martinez verfehlten ihr Ziel  nur knapp (47./50.).

Die zweite Halbzeit zeigte das gleiche Bild, wie alle Spiele der Münchner zuvor. Man erspielte sich eine hohe Ballbesitzquote und lies den Gegner laufen. Jedoch gelang es den Gästen nicht, gute Tormöglichkeiten zu erspielen.

Der Gastgeber aus Augsburg stand in der Defensive sicher schaffte es immer wieder die Räume zu verdichten, um den Gästen aus München keine Möglichkeiten zum Torabschluss zu geben.

So sicherte sich ein tapfer kämpfender und gut eingestellter FC Augsburg drei wichtige Punkte gegen einen harmlosen und lustlosen FC Bayern München.

Überheblichkeit?

Mit seiner Aussage, dass die Meisterschaft entschieden ist und der Titel bereits im Münchner Museum steht symbolisiert der Trainer des Rekordmeisters die schwache Vorstellung seiner Mannschaft.

Diese Aussage und die Spielweise der Münchner an diesem Spieltag lassen vermuten, dass man sich mit der Meisterschaft, welche am vergangenen Spieltag eingefahren wurde, nun zu frieden gibt und sich auf andere Wettbewerbe konzentriert.

Nur bleibt dabei für den FCB zu hoffen, dass die demotivierte Einstellung des Teams, welche auch der Trainer der Meisterschaft entgegenbringt, sich nicht auf die Champions League auswirkt.

Denn mit dieser derartigen Rotation wie in Augsburg praktiziert und der dazukommenden Leichtsinnigkeit, sowie einer sich andeutenden Arroganz und Überheblichkeit, verliert auch ein FC Bayern München schnell einmal die Form und kann so in einen Negativtrend rutschen.

Den Anhängern und Sympathisanten des Vereins bleibt nur zu wünschen, dass sich die Mannschaft und auch der Trainer nicht all zu sehr auf diese „scheißegal“ Mentalität der Bundesliga versteifen und so eventuell andere Ziele vernachlässigen.

Autor: Tom Wolny

Sammer: „Ich habe ihn als Fußballromantiker bezeichnet.“

Datum: 09.11.2013
12. Bundesligaspieltag: FC Bayern München – FC Augsburg

Matthias Sammer, Sportvorstand des FC Bayern München über Pep Guardiola nach dem klaren 3:0 Erfolg über Augsburg und dem Aufstellen einer weiteren Bestmarke in diesem Jahr. Matthias Sammer: „Ich habe dann nachher noch einmal mit ihm gesprochen und ihn als Fußballromantiker bezeichnet.“

Souveräne Bayern

Ein hochinteressantes und tolles Spiel entwickelte sich über keine der 90 Minuten in der Münchner Allianz Arena. Das lag jedoch nicht an der geringen Qualität des Gastes aus Augsburg, sondern vielmehr an der unnachahmlichen Präsenz und Stärke des Rekordmeisters, der nach diesem Tage 37 Ligaspiele ohne Niederlage blieb. Zu dem schaffte es bisher kein Trainer der Bundesliga aus den ersten 12 Spielen 32 Punkte zu holen. Von 36 möglichen – unglaublich.

Bereits nach vier Minuten erzielte Jerome Boateng die zeitige Führung der Münchner Bayern. Nach einem Eckball fand der Schuss aus der Drehung des Nationalverteidigers den Weg ins Tor des FC aus Augsburg. In der Folgezeit entwickelte sich eine wahre Dominanz und Abgeklärtheit, die seines Gleichen sucht. Die Münchner waren bissig, aggressiv und ließen nahezu nichts an Chancen zu.

Kurz vor der Halbzeit erhöhte Europas Fußballer des Jahres, Franck Ribery, mit einem ansehnlich, direkt verwandelten Freistoß, auf 2:0. Mit einer sicheren und unangefochtenen 2:0 Führung kamen die Bayern aus der Kabine. Mit einem starken Pressing und gutem Aufbauspiel unter Pep Guardiola verfiel nicht ein Hauch der Dominanz aus Halbzeit eins. Zwar waren die Augsburger nun bemüht, etwas offensiver zu agieren, doch die Bayern hatten das Geschehen weitgehend im Griff und ließen bis auf zwei Torschüsse von Moravek (46.) und Hahn (64.) nichts zu.

Doch die Torgefahr des FCB blieb auch aus. Erst in der Schlussphase kamen die Gastgeber wieder häufiger gefährlich vor das Augsburger Tor, aber die eingewechselten Arjen Robben (73./87.) und Jan Kirchhoff (86.) versäumten es, den Vorsprung weiter auszubauen. Dies dauerte bis zur Nachspielzeit als der eingewechselte Thomas Müller, per Handelfmeter, auf 3:0 erhöhte und das Endergebnis herstellte.

Eine besondere Form des Lobes

Die Aussage Sammers zu Pep Guardiola lobt diesen in den höchsten Tönen. Einen Fußballtrainer, sei es auch ein Lehrers des Fußballs, mit Romantiker zu betiteln scheint doch eher unangebracht und dem Sport fern.

Blickt man jedoch auf die Erfolge, die der FC Bayern unter Guardiola in der noch jungen Saison schon eingefahren hat, relativiert sich der Gedanke nach Übertreibung. Mit dieser Aussage, auch bezogen auf die Ergebnisse in den letzten Wochen, zeigt Sammer seine große Zufriedenheit am Verlauf der Saison und der Entwicklung der Mannschaft.

Mit der Betitelung Joseph Guardiolas als gefühlsbetonten und träumerischen Fußballfachmann, was ein Fußballromantiker ist, verliert dieser jedoch nicht die Grundlage seiner wahren Begabung. Denn jener Ausnahmetrainer ist mit einem derart hohen sportlich – analytischen Verstand ausgestattet, der ihm offenkundig keinen Abbruch tut.

Genau dieser analytische Verstand verhilft den Münchner Bayern derzeit zu solchen Höhenflügen in der Champions League wie auch in der Liga. Die Bayern unter dem Hirn, Pep Guardiola, schweben zurzeit über den Dingen in der Fußballwelt.

Es scheint so, als könnte selbst das Kräftemessen der Schwergewichte am kommenden Spieltag nichts daran ändern. Am Samstag, den 16.11.13, reisen die Münchner zum arg gebeutelten BVB nach Dortmund. Alle Vorzeichen deuten daraufhin, dass die Serie der „Überflieger – Bayern“ fortgesetzt wird.

Doch die Schwarz – Gelben sind fest entschlossen ihre komplett schwarze Vorwoche mit einem Paukenschlag vergessen zu machen.

Autor: Tom Wolny