Kategorie-Archiv: Champions League

Jens Keller: „Ich bin wahnsinnig stolz. Das war unglaublich gegen so eine Mannschaft und bei den Problemen, die wir haben.“

Datum: 17.09.2014         

Champions League Gruppenphase: FC Chelsea London – FC Schalke 04

Jens Keller, Trainer des FC Schalke 04, nach dem tollen Auftritt seiner Mannschaft im ersten Gruppenspiel an der Stanford – Bridge gegen den FC Chelsea London. Jens Keller: „Ich bin wahnsinnig stolz. Das war unglaublich gegen so eine Mannschaft und bei den Problemen, die wir haben.“

Wichtiger Punktgewinn

Die Gastgeber kamen mit viel Tempo und Elan aus der Kabine und setzten die Gäste aus Gelsenkirchen schon früh unter Druck. Hingegen der FC Schalke 04 war auf die Sicherheit und Staffelung der eigenen Defensive bedacht.

Dennoch gingen die Blues früh in diesem Spiel in Führung. Bereits in der 10. Spielminute war es Cesc Fabregas, welcher nach einem tollen Doppelpass mit Eden Hazard frei vor Schalkes Schlussmann, Ralf Fährmann, nur noch einzuschieben brauchte.

In den Folgeminuten war es den „Knappen“ anzumerken, dass sie den frühen Rückstand zunächst verdauen mussten. So war es der FC Chelsea, welcher immer wieder, insbesondere über die linke Angriffsseite und Hazard, gefährlich in den Strafraum von Fährmann eindrang.

Die Initialzündung gab Schalkes Sam, welcher mit einem Distanzschuss den Rückhalt der Blues das erste Mal prüfte. In der Folge dessen kamen die Gäste besser ins Spiel, weil der Gastgeber schlechter verteidigte und so mehr Räume zum Spielen gewährte.

Im weiteren Verlauf der ersten 45 Minuten fanden die Londoner eher sporadisch den Weg nach vorn, blieben aber weiterhin extrem gefährlich. Auf Seiten der Schalker waren es Draxler und Boateng, welche gute Chancen auf den Ausgleich nur denkbar knapp vergaben.

Zurück aus den Kabinen zeigten sich die Hausherren erneut sehr dominant. In der 49. Und 60. Spielminute war es Didier Drogba, welcher es mit seinen guten Möglichkeiten verpasste, das Ergebnis zu erhöhen und so das Spiel bereits in eine entscheidende Richtung zu lenken.

Dieser schlechte Umgang mit Chancen sollte sich nur wenige Augenblicke später rächen. Nach Huntelaars Balleroberung in der eigenen Hälfte und der Kombination mit Draxler war der Niederländer plötzlich in gefährlicher Schussposition vor dem Tor der Blues.

Diese Position nutzte der Top Torjäger der Gelsenkirchener und egalisierte mit seinem platzierten Schuss die Führung der Gastgeber (62.).

Nach einigen Minuten der Sammlung und neuer Konzentration durch die Blues, setzten diese zu einer Schlussoffensive an.

Doch in den verbleibenden 20 Minuten kämpften die Schalker aufopferungsvoll und hatten zu dem etwas Glück, dass die Londoner ihre Chancen durch Remy (76.), Hazard (83.) und Terry (90.) nicht nutzten.  So blieb es bei dem zufriedenstellenden Unentschieden zwischen dem FC Chelsea und Schalke 04.

Zufriedener Trainer

Jens Keller, der Trainer der Schalker, zeigt sich über dieses Spiel und vor allem über das Ergebnis sehr erfreut. In dem Interview nach dem Spiel lobt er die Moral und Einstellung seiner Mannschaft und freut sich über den Punktgewinn.

Anlass zu dieser großen Freude über einen Punkt gibt die gesamte Situation. Wie es Keller bereits anspricht haben es die Schalker geschafft einer der reichsten und international top besetzten Mannschaften ein Unentschieden vor deren heimischen Publikum zu entführen.

Hinzukommend zeigt sich noch die aktuelle Verletztenliste der „Knappen“. Gleich mehrere Stammspieler, rund um Kapitän Benedikt Höwedes, fallen aus.

Umso höher ist dieser Punktgewinn und Erfolg auswärts in London anzuerkennen. Genau dies spricht Jens Keller hier an und lobt somit sein Team.

Autor: Tom Wolny

Sami Khedira: „Wir waren schon tot.“

Datum: 24.05.2014

Champions League Finale: Real Madrid – Atletico Madrid

Sami Khedira, Mittelfeldmotor Real Madrids, im Interview direkt nach dem Finale in Lissabon. Sami Khedira: „Wir waren schon tot.“

Aufopferungsvolles Altletico

Die Partie zeigte von Beginn an, was die Mehrheit erwartet hatte. Real besaß den Großteil an Ballbesitz und Atletico bestach durch hohe Laufarbeit und eine tolle taktische Einstellung.

Doch auch die Defensive der Königlichen, um Sergio Ramos, ließ keine Fehler zu und stand sattelfest.

Bereits nach einer knappen halben Stunde fiel das erste Tor. Zum Staunen aller Zuschauer jubelten nicht die Königlichen, sondern die Rojiblancos.

Nach einer Flanke von Juanfran in den Strafraum der Köngilichen setzte sich Godin im Kopfballduell gegen Sami Khedira durch und nutzte so den Stellungsfehler von Casillas im Tor der Madrilenen zur 1:0 Führung (36.).

In der Folgezeit gelang es den Königlichen jedoch nicht gefährlich vor das Tor von Courtois zu kommen. Dafür wurde es in der eigenen Defensive noch eimal eng.

Doch Adrian nutzte die gute Kopfballmöglichkeit nicht. Somit ging es mit einer knappen 1:0 Führung Atleticos in die Halbzeit.

Auch in der Anfangsphase der zweiten 45 Minuten änderte sich nichts an der Ideenlosigkeit der Königlichen. Einzig und allein über Standarts konnten die Weltstars nun etwas Gefahr versprühen.

Mehr und mehr wurde Real deutlich, was auf dem Spiel zu stehen schien. Dies machte sich im weiteren Spielverlauf deutlich.

Zum Entsetzten aller Real Madrid – Fans dauerte es bis zur Nachspielzeit der regulären 90 Minuten, ehe Sergio Ramos mit seinem Kopfballtor seine Mannschaft in die Verlängerung köpfte (90. + 3).

In der Verlängerung zeigte sich, das Real Madrid den größeren Willen aufbringen konnte. Nach einem sehenswerten Antritt und dem anschließenden Dribbling von Di Maria köpfte Bale seine Mannen mit 2:1 in Führung (110.).

Dieses Tor brachte die Entscheidung in diesem hart umkämpften und guten Finale. In den weiteren Minuten gelang es den Königlichen das Ergebnis noch auf ein 4:1 (Marcelo/Ronaldo) in die Höhe zu treiben, doch dies war der Erschöpfung und Enttäuschung der Rojiblancos geschuldet.

Khedira bringt es auf den Punkt

Sami Khedira findet die richtigen Worte nach diesem hochemotionalen Spiel gegen den Stadtrivalen aus Madrid.

Khedira spricht davon, dass sein Team nach dem 0:1 in der 36. Spielminute so gut wie ausgeschieden war. Er spielt vor allem darauf an, dass es den Königlichen an jeglichen Mitteln fehlte, um die Führung des Rojiblancos aus der ersten Hälfte zu egalisieren.

Die Aussage des Deutschen zielt zum dem auf die „Lastminute“ – Rettung vom ewigen Antreiber Reals, Sergio Ramos, ab.

Bis zu dieser 93. Spielminute war es Real nicht gelungen wirklich gefährlich vor das Tor Atleticos zu kommen.

Daher ist diese Aussage von Khedira vollkommen richtig und beschreibt sehr gut die Gedankengänge der Spieler von Real Madrid in den regulären 90 Minuten diess Finales.

Autor: Tom Wolny

Diego Simeone: „José Mourinho kam bereits zehn Minuten vor dem Ende zu mir und hat mir gratuliert. Das war eine tolle Geste.“

Datum: 29.04.2014         

Champions League Halbfinale: FC Chelsea London – Atletico Madrid

Der Trainer von Atletico Madrid, Diego Simeone, nach dem Erreichen des Champions  – League – Finales über Jose Mourinho. Diego Simeone: „José Mourinho kam bereits zehn Minuten vor dem Ende zu mir und hat mir gratuliert. Das war eine tolle Geste.“

Scheitern der „Beton – Taktik“

Zwar bot der Trainer der Hausherren, Jose Mourinho, im Rückspiel dieser Halbfinalbegegnung eine deutlich veränderte Beton – Taktik auf, wurde jedoch dafür nicht belohnt.

Die Gastgeber bestimmten von Beginn an das Spiel und hatten deutlich mehr Spielanteile. Aber aufgrund der engen Geschlossenheit der Spanier konnte die Spieler des FC Chelsea keine wirklich Gefahr für das Tor der Gäste ausstrahlen.

Doch plötzlich ging es schnell. In der 36. Spielminute generierten die Spieler des FC Chelsea eine tolle Ballstafette, die Fernando Torres blitzsauber zur 1:0 Führung vollendete.

In der Folgezeit zog sich Chelsea London mehr und mehr in die eigene Hälfte zurück und versuchte augenscheinlich diesen Vorsprung bereits in dieser frühen Phase der Begegnung zu verwalten.

Diese veränderte Taktik des Gastgebers aus London sollte sich noch vor dem Seitenwechsel rächen. Nach eine Flanke auf den zweiten Pfosten legte Juanfran den Ball quer auf Adrian Lopez, welcher den Ball humorlos in den Maschen des Tores der Londoner versenkte (44.).

Zurück aus der Halbzeit waren die Spanier sofort wieder am Drücker und bespielten die Gastgeber aggressiv.

Jedoch blieb es den Gästen in dieser Phase verwehrt diese Überlegenheit in Tore umzumünzen.

Es dauerte bis zur 60. Spielminute bis die Spanier das Spiel drehen konnten. Nach einer Flanke Atleticos stieg Samuel  Eto’o zu harte gegen Diego Costa ein und brachte diesen dadurch zu Fall. Klare Angelegenheit in dieser Situation auf Elfmeter zu entscheiden. Diesen verwandelte der Topstürmer der Madrilenen sich zur 2:1 Auswärtsführung.

Im weiteren Spielverlauf kam auch der FC Chelsea noch einmal gefährlich vor des Gegners Tor, konnte den Ball jedoch nicht zum Ausgleich in diesem unterbringen.

Auf der anderen Seite machten es die Gäste aus Spanien deutlich besser und entschieden diese Partie knapp 20 Minute vor dem Ende für sich.

Nach einem tollen öffnenden Pass legte Juanfran perfekt für Arda Turan ab, welcher den Ball mit dem ersten Kontakt an die Latte zimmerte und im Nachsetzen zum entscheidenden 3:1 vollendete (72.).

In der Schlussphase war es dann weiterhin Atletico, die das Spiel bestimmten und den Gegner nahezu vorführten. Die Spanier ließen in dieser Phase des Spiels nichts mehr zu und stehen damit verdient am 24. Mai 2014 im Stadtduell gegen Real Madrid im Finale von Lissabon auf dem Rasen.

Faire Geste

Nach dem Führungstreffer seiner Mannschaft stellte der Trainer der Blues, Jose Mourinho, erneut auf seine Beton – Taktik um, welche sich in diesem Spiel leider als völlig falsch erwies.

Die ersten 35. Minuten zeigten ein deutlich verändertes Chelsea, dass Hoffnung auf mehr machte. Doch scheinbar wird sich die Auffassung über Taktik und Spieleinstellung beim portugiesischen Startrainer nie ändern.

Zu mindestens scheint sich aber das Verhalten des Badboy – Mourinho abseits des Platzes zu ändern. Dies macht die Aussage von Atletico – Trainer, Diego Simeone, deutlich. Er bewundert die Geste seines Gegenübers an diesem Abend.

Bereits 10 Minuten vor Abpfiff, vor heimischem Publikum, dem Trainer der Rivalen zu gratulieren, zeigt wahre charakterliche Größe und eine tollen Sportsgeist. Eben genau dies, was dem Trainer des FC Chelsea eigentlich zu fehlen schien. Dafür gilt es höchsten Respekt zu zollen.

Autor: Tom Wolny

Philipp Lahm: „Wir sind top aufgetreten und haben versucht ein Tor zu erzielen. Ich bin zuversichtlich für das Rückspiel.“

Datum: 23.04.2014         

Champions League Halbfinale: Real Madrid – FC Bayern München

Der Kapitän des FC Bayern München, Philipp Lahm, im Interview nach dem enttäuschenden 0:1 in Madrid. Philipp Lahm: „Wir sind top aufgetreten und haben versucht ein Tor zu erzielen. Ich bin zuversichtlich für das Rückspiel.“

Effektivität schlägt Ballbesitz

Von Beginn an präsentierte sich der deutsche Rekordmeister extrem dominant und spielbestimmend. Es entwickelte sich ein Spiel, bei dem die Verteidiger des FC Bayern auf Höhe der Mittellinie den Spielaufbau vorantrieben und defensiv eingestellte Madrilenen clever gegen den Ball arbeiteten.

Da es Real Madrid aber verstand intelligent und gezielt zu verschieben war es den Münchnern vergönnt gefährliche Torraumszenen herauszuspielen.

In der 19. Spielminute erwischten die Hausherren den Favoriten aus Deutschland mit einem Konter eiskalt. Ronaldo steckte einen perfekt getimten Pass auf Coentrao auf der linken Offensivseite der Gastgeber durch. Dieser spielte einen hervorragenden Querpass durch den Strafraum der Bayern, welchen Benzema am Ende dieses Spielzuges problemlos zur 1:0 Führung Madrids einschob.

Im weiteren Spielverlauf des ersten Durchgangs erwies sich die Spielweise der Spanier als deutlich effizienter. Immer wieder  kamen die Madrilenen gefährlich über die Außen vor das Tor von Manuel Neuer.

In den folgenden Minuten verpassten es die Gastgeber jedoch ihre Führung gegen zu hoch agierenden Münchner auszubauen. So vergaben Ronaldo (21./26.) und Di Maria (23.) gute Chancen zur Verbesserung des Ergebnisses.

Im zweiten Durchgang zeigte sich, dass der FC Bayern aus den Chancen Reals aus den ersten 45 Minuten gelernt hatte. Die Gäste zogen sich nun etwas weiter zurück und kontrollierten das Spiel jetzt aus etwas tieferer Staffelung.

Leider nahm diese taktische Korrektur dem Spiel seine Höhepunkte. Durch die weiteranhaltende Überhand an Ballbesitz der Münchner, aber Abnahme der Kontermöglichkeiten Madrids verflachte die Partie etwas.

Auch in der Schlussphase änderte sich nichts an der Darstellung des Spiels für den Zuschauer. Der FC Bayern kombinierte weiterhin ansehnlich, konnte jedoch die klaren Feldvorteile nicht in echte Chancen umwandeln. Zu dem versuchte es der Rekordmeister aus München mit Distanzschüssen, welche auch keinen Erfolg brachten.

Fehlende Zielstrebigkeit

Der Kapitän der Münchner, Philipp Lahm, spricht von einem sehr guten Auftritt seiner Mannschaft und ist zuversichtlich in Hinblick auf das Rückspiel im eigenen Stadion.

Er spricht weiterhin davon, dass die Mannschaft alles versucht hat, um ein Tor zu erzielen. Doch leider wurde dem externen Beobachter dieser Begegnung deutlich, dass die Münchner Bayern trotz des hohen Ballbesitzes absolut kein Mittel fanden, der Defensive der Madrilenen gefährlich zu werden.

Ganz im Gegenteil: die Münchner liefen mehreren gefährlichen Kontern hinter her und können sich nur bei Real bedanken, dass diese es versäumten das Ergebnis in die Höhe zu treiben.

So wird klar, dass dieser FC Bayern immer mehr an das verspielte Barcelona der letzten Jahre erinnert und es vermissen lässt an die Überlegenheit zusätzlich Zielstrebigkeit anzubringen, um ein Spiel siegreich zu gestalten.

Autor: Tom Wolny

Hans – Joachim Watzke: „Das war ein fantastisches Spiel. Trotzdem sind wir enttäuscht. Wir waren ganz nah dran. Beim dritten Tor wäre Real Madrid tot gewesen. Und wir hätten es zwei oder drei Mal machen können.“

Datum: 08.04.2014         

Champions League Viertelfinale: Borussia Dortmund – Real Madrid

Der Geschäftsführer des BVB, Hans – Joachim Watzke, nach dem Champions – League – Viertelfinal –  Rückspiel vor heimischen Publikum gegen Real Madrid. Hans – Joachim Watzke: „Das war ein fantastisches Spiel. Trotzdem sind wir enttäuscht. Wir waren ganz nah dran. Beim dritten Tor wäre Real Madrid tot gewesen. Und wir hätten es zwei oder drei Mal machen können.“

Weidenfeller sorgt für die Initialzündung

Von Beginn an ließ der BVB erahnen, was an diesem Abend ihrerseits passieren sollte. Die Hausherren versuchten früh zu attackieren und so den Spielaufbau der Gäste schnellst möglich zu stören.

Real hingegen agierte die ersten Minuten eben so konzentriert und abgeklärt und passte sich dem frühen Pressing der Dortmunder an, in dem man sehr defensiv stand.

In der 16. Spielminute verstummte das komplette Stadion als die Defensiv – Taktik der Madrilenen aufzugehen erschien. Nach einer Flanke von Coentrao spielte Lukasz Piszczek den Ball im Strafraum mit der Hand – Elfmeter. Doch Roman Weidenfeller parierte diesen Strafstoß von Di Maria und der BVB fand zu einem Spiel, welches seines Gleichen sucht.

Die Dortmunder begannen nun noch früher zu attackieren und setzten die spanischen Gäste mit einem solch enormen Pressing unter Druck, dass diese damit nicht zu recht kamen.

Bereits in der 19. Spielminute vergab Henrikh Mkhitaryan nach toller Vorarbeit von Lewandowski und Reus eine fast schon hundertprozentige Chance zur frühen Führung.

Doch nur wenige Minuten später wurde das Spiel der Borussia belohnt als Reals Verteidiger Pepe nach einem langen Ball der Dortmunder patzte und Reus Casillas ausspielte und zur 1:0 Führung einschob (24.).

Die Gastgeber spielten sich weiter in einen Rausch, der gegen passive und zweikampfschwache Madrilenen unerklärlich schien. In der 32. Minute parierte Casillas einen Kopfball von Mats Hummels, ehe er in der 37. Spielminute das zweite Mal hinter sich greifen musste.

Nach einem Fehler im Aufbauspiel Reals schaltete Marco Reus schnell um und spielte Robert Lewandowski frei, welcher den Ball gekonnt ins lange Eck zur 2:0 Pausenführung schlenzte.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste aus der spanischen Hauptstadt besser ins Spiel und agierten nun selbst in der Offensive. Zweimal Gareth Bale (49./59.), gegen den Weidenfeller toll reagierte und Benzema (64.), der im letzten Moment noch von Hummels gestoppt werden konnte, vergaben gute Chancen auf den Anschlusstreffer.

Dieses Aufbäumen der Spanier hielt nicht lange an und der BVB kam stark zurück ins Spiel und erspielte sich Chance um Chance, die zum Leid der Dortmunder zum Teil kläglich vergeben wurden. Mit einem Dreierpack an sehr guten Möglichkeiten vergaben die Borussen einen weiteren Treffer, um das Hinspielergebnis zu egalisieren.

Zweimal Henrikh Mkhitaryan (65./68.) und einmal Kevin Großkreutz (70.) verpassten es die größte Druckphase der eigenen Mannschaft im zweiten Durchgang zu belohnen.

Im Anschluss an diese Chancen zeigten sich die Folgen des hohen Aufwandes der Dortmunder. In der Schlussphase mussten die Hausherren, geschuldet dieser enormen Energieleistung ihr Tempo etwas zurückschrauben, was Real natürlich entgegen kam.

Immer wieder blieben die Madrilenen in dieser letzten Phase des Spiels gefährlich über Konter, ohne das der BVB auf der anderen Seite noch einmal wirklich gefährlich werden konnte.

So scheidet ein herausragend spielender BVB im Rückspiel gegen Real Madrid aus der Champions – League – Saison 2013/14 nur denkbar knapp aus.

Versäumnis zur Erhöhung des Spielstandes

In der Aussage des Geschäftsführer von Borussia Dortmund wird die Enttäuschung über das Ausscheiden aus der Champions League deutlich.

Zum einen ist es großartig mit solch einem Spiel auszuscheiden, doch auf der anderen Seite ist es einfach nur traurig das Weiterkommen so knapp verpasst zu haben.

Anhand dieser Aussage wird außerdem klar, dass jeder gesehen hat, dass Real Madrid bei einem weiteren Tor der Dortmunder völlig tot gewesen und ein viertes Tor nur eine Frage der Zeit gewesen wäre.

Bei allem Lob und jeglicher Freude über dieses herausragende Spektakel übt Watzke auch Kritik an der Chancenverwertung und womöglich speziell an Henrikh Mkhitaryan, welcher beste Chancen vergab, in dem er davon spricht, dass die Möglichkeiten zur Erhöhung des Spielstandes mehrmals gegeben waren.

Autor: Tom Wolny

Jürgen Klopp: „Wir haben uns keine Situation erspielt, um große Kampfansagen zu machen. Aber wir spielen trotzdem.”

Datum: 02.04.2014         

Champions League Viertelfinale: Real Madrid – Borussia Dortmund

Jürgen Klopp nach dem Hinspiel in Madrid. Jürgen Klopp: „Wir haben uns keine Situation erspielt, um große Kampfansagen zu machen. Aber wir spielen trotzdem.”

Borussia Dortmund geht mit einer deutlichen Niederlage gegen spielerisch klar überlegene Madrilenen ins Rückspiel des Champions League Viertelfinals vor heimischem Publikum. Im Hinspiel im Estadio Bernabeau in Madrid verlor der BVB mit 0:3.

Tor zum Halbfinale für Real weit offen

Die Devise des BVB war es Defensiv gut zu stehen und den Gegner so lang wie möglich vom eigenen Tor fernzuhalten.

Doch dieses taktische Ausrichtung hielt nur bis zu dritten Minute. Benzema sicherte einen langen Ball am rechten Flügel und konnte so den Ball in den Strafraum auf Carvajal spielen, welcher diesen auf Bale weiterleitete, welcher sich mit einer sehr guten Ballmitnahme gegen die Dortmunder Verteidiger durchsetzte und den Ball an Weidenfeller vorbei ins Tor spitzelte (3.).

Diesen Schockzustand nach wenigen Minuten versuchten die Madrilenen sofort auszunutzen. Real attackierte zeitig in der Hälfte des BVB und eroberte bereits nach wenigen Pässen der Gäste den Ball zurück und tauchte mehrmals gefährlich vor Weidenfeller auf (10./12.).

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten kamen die Gäste aus Dortmund etwas besser ins Spiel und hatten die erste Angriffswelle der Gastgeber überstanden.

Die Borussia hatte nun mehr eigenen Ballbesitz und ließ den Ball auch über mehrere Stationen laufen, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden.

Es wurde jedoch deutlich, dass die Spanier ganz klar Herr im Haus blieben. Immer wenn die Gastgeber das Tempo erhöhten wurde es gefährlich.

So auch in der 27. Spielminute als Mkhitaryan den Ball leichtfertig vertändelte. Die Folge war ein präziser Abschluss von Isco von der Strafraumgrenze ins linke untere Eck des Tores der Dortmunder – 2:0.

Auch im weiteren Spielverlauf der ersten 45 Minuten zeigte sich die Borussia in der Offensive kaum. Es waren vielmehr die Madrilenen, die auf die Erhöhung des Spielstandes spielte. Doch die Chancen durch Ronaldo und Benzema blieben ungenutzt (38./40.). So ging es mit der 2:0 Pausenführung in die Kabinen.

Zurück aus der Pause zeigten sich die Borussen offensiver und spielten besser nach vorn, zeigten mit ihrem nun engagierteren Angriffsbemühungen die offensichtlichen Schwächen der Madrid  – Defensive auf, ohne diese auszunutzen.

Im Gegensatz zum Dortmunder „Harmlosspiel“ setzte Real den letzten Nadelstich. So war es Ronaldo, der in der 57. Minute, nach einem Modric Pass, das 3:0 erzielte.

In der Schlussphase schaltete die Borussia noch einmal einen Gang hoch und drängte nun vehement auf das Auswärtstor, wurde jedoch im letzten Moment immer wieder entscheidend geblockt, sodass es beim deutlichen 0:3 aus deutscher Sicht blieb.

Keine großen Sprüche

Anhand der Aussage von Jürgen Klopp wird deutlich, dass sich seine Mannschaft nicht in die Lage versetzt hat, große Sprüche zu klopfen und den Gegner im Vorfeld des Rückspiels unter Druck zu setzen.

Klopp schätzt die Situation realistisch ein und hofft trotzdem noch auf das Wunder von Dortmund in der diesjährigen Champions League Saison.

Man spürt förmlich die Enttäuschung beim so emotionalen und mit Vorfreude auf das nächste Spiel geladenen Trainer des BVB.

Nun liegt es an der Borussia ganz allein, die Weichen im Rückspiel vor heimischem Publikum doch noch in Richtung Halbfinale zu stellen.

In der Vergangenheit hat Dortmund gezeigt, was im Signal Iduna Park möglich ist und das auch schon verlorengeglaubte Spiele gewonnen werden können.

Autor: Tom Wolny

Kevin Großkreutz: „Zuschauer sollen nicht so verwöhnt sein.“

Datum: 19.03.2014
Champions League Achtelfinale: Borussia Dortmund – Zenit St. Petersburg

Die Allroundwaffe des BVB, Kevin Großkreutz, im Interview nach dem Spiel vor heimischem Publikum gegen Zenit St. Petersburg zur fehlenden Unterstützung der Fans. Kevin Großkreutz: „Zuschauer sollen nicht so verwöhnt sein.“

Die Verwaltung des Hinspiels glückt

Der BVB ging von Beginn an abwartend und verhalten in das Rückspiel im Champions – League – Viertelfinale. Die Gäste aus St. Petersburg erhielten überwiegenden Ballbesitz und waren so bemüht ihr Spiel in Ruhe aufzubauen.

Doch die erste Chance der Partie erspielte sich der Gastgeber. Nach einer Schmelzer Flanke war es Aubameyang, der den Ball vor dem herauseilenden Keeper der Russen per Kopf nur knapp neben das Gehäuse setzte.

Zenit wirkte deutlich aggressiver und ballsicherer als noch im Hinspiel. Mit zunehmender Spielzeit wurde das eigene Spiel mehr und mehr gefälliger und man erarbeitete sich gefährliche Chancen.

In der 16. Spielminute war es der bullig wirkende Hulk, welcher die Passivität der Borussia bestrafte. Der Brasilianer zog aus halbrechter Position in quer vor dem Strafraum und schloss energisch ab und drosch den Ball unhaltbar ins linke obere Toreck.

Dieses Gegentor wirkte beim BVB wie ein Wunder und beendete die vorherrschende Lethargie. Nun nahmen sich die Hausherren der Sache an und bestimmten fortan das Spielgeschehen.

Es dauerte folglich bis zur 38. Spielminute ehe Kapitän Sebastian Kehl die Führung der Gäste egalisieren konnte. Nach einer Schmelzer Flanke setzte sich der Mittelfeldspieler gegen zwei Bewacher im Luftduell durch und versenkte die Kugel im Tor.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs versuchte der BVB die Kontrolle über das Spiel sofort wiederzuerlangen. Dazu agierte man deutlich energischer und staffelte sich defensiv gekonnt um das Angriffsspiel des Gegners früh zu stören.

Aufgrund dieser Tatsache und der, dass den Russen wenig im Spiel nach vorn einfiel, ereignete sich ein an Torchancen äußerst armes Spiel.

Wie aus dem Nichts gelang St. Petersburg die erneute Führung. Der eingewechselte Rondon, welcher Mats Hummels im Rücken davongeeilt war, köpfte eine Flanke von Criscito zur 2:1 Auswärtsführung ein (73.).

Die Schlussphase zeigte, dass die Gäste auf das dritte Tor drängten, aber der BVB leidenschaftlich verteidigte und somit, außer vereinzelten Fernschüssen (88./89.), keine Möglichkeiten zuließ.

So gelang es der Borussia mit einer überschaubaren Leistung ins Viertelfinale der diesjährigen Champions League einzuziehen und nun die Hoffnung für Mehr zu hegen.

Fehlender Rückhalt?

Auch im Spiel gegen Zenit St. Petersburg war der Signal – Iduna – Park wieder einmal restlos ausverkauft. Unüblich erschien einzig und allein die Tatsache, dass Mannschaft und Fans nicht unbedingt an einem Strang zogen.

Folglich beschwert sich auch Fan – Liebling Kevin Großkreutz bei seinen Fans und ärgert sich vor allem über die Art und Weise wie die Fans auf den Sitzplätzen mit Fehlern der Mannschaft umgehen.

Im Stadion wurde deutlich, dass jegliche Fehlpässe oder Ballverluste sofort mit einem Raunen durch die Fans geahndet wurden. Doch die Anhänger des BVB müsste eigentlich wissen, wie stark das eine Mannschaft vor heimischem Publikum verunsichert. Umso unverständlicher ist die Reaktion der Zuschauer.

Nun stellt sich die Frage, warum diese sonst so sattelfeste Einheit in Uneinigkeit lebt. Fest steht, dass die Borussia in der Liga wie auch in der Champions League mehrere Spiele zu Hause verloren hat. Dies sollte jedoch kein Anlass sein die Mannschaft mit fehlender Unterstützung zu strafen da jeder Gegner, vor allem International, ein hohes Niveau besitzt.

Jetzt scheint es wichtig, dass Mannschaft und Fans möglichst schnell wieder zueinanderfinden, um gerade am Dienstag der kommenden Woche im Revierderby eine geschlossene Einheit zu bilden.

Autor: Tom Wolny