Kategorie-Archiv: Brasilien

Bastian Schweinsteiger: „Wir waren Gladiatoren.“

Datum: 13.07.2014         

Finale Weltmeisterschaft: Deutschland – Argentinien

Bastian Schweinsteiger, der stetige Antreiber der deutschen Nationalmannschaft, im Interview nach dem Titelgewinn in Brasilien. Bastian Schweinsteiger: „Wir waren Gladiatoren.“

Entscheidung in der Verlängerung

In der Anfangsphase war die deutsche Nationalelf auf Sicherheit bedacht und versuchte diese über Ballbesitz und eigene Passstafetten zu erlangen. Bereits nach wenigen Minuten gab es Chancen auf beiden Seiten. Zum einen scheiterte Toni Kroos mit einem Freistoß an der Argentinischen Mauer und zum anderen verzog Gonzalo Higuain im direkten Gegenzug aus spitzem Winkel.

Von Beginn an entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit leichten Vorteilen für Deutschland. Argentinien war auf schnelles Umschaltspiel und Konter bedacht.

Eine Schrecksekunde für Deutschland zeigte sich in der 17. Spielminute als Toni Kroos einen missratenen Kopfball auf Manuel Neuer spielte. Diesen erlief Higuain, doch zum Glück für Deutschland schloss dieser völlig über hastet ab und verzog deutlich.

Im weiteren Spielverlauf war Deutschland bemüht, konnte jedoch keine gefährlichen Aktionen generieren. Zielstrebiger blieben in dieser Phase die Südamerikaner, welche dann auch zur Führung durch Higuain nach einer Flanke kamen. Dieses Tor wurde aber korrekter Weise aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt.

Bis zum Pausenpfiff ging es munter hin und her und es zeigten sich nun Chancen auf beiden Seiten. Die größte Chance bot sich der Deutschen Mannschaft nach einem Eckball, als Höwedes den Ball aus kurzer Distanz an den Pfosten des Tores köpfte (45. + 2).

Nach Wideranpfiff in dieser Begegnung bestimmte die Albiceleste das Geschehen und drängte auf die Führung in diesem Finale. Nach dieser kurzen Druckphase Argentiniens verflachte die Partie in der Folgezeit.

Mit zunehmender Zeit merkte man den Team an, das keine einen Fehler machen wollte, dadurch litt das Tempo unter dieser Tatsache. Doch die Zweikämpfe und deren Führung wurde härter und ruppiger.

In der Schlussphase der regulären Spielzeit zog die deutsche Mannschaft das Tempo noch einmal an, wusste es jedoch nicht, ihre nun gegebene Überlegenheit in Tore umzuwandeln.

In der Nachspielzeit war beiden Teams der hohe Kräfteverschleiß aus den ersten 90 Minuten und der gesamten Weltmeisterschaft anzumerken. Es dauerte bis in die 113. Spielminute bis dieses Spiel entschieden wurde.

Nach einem beherzten Antritt von Andre Schürrle auf der linken Seite und dessen Flanke ins Zentrum, war es Mario Götze, der den Ball technisch hochklassig annahm und mit dem linken Fuß sehenswert ins lange Eck zimmerte.

Deutschland führte knappe sieben Minuten vor Schluss mit 1:0 und brachte diese Führung mit Glück, Geschick und Manuel Neuer, welcher überragend hielt, über die Zeit und krönte sich zum Weltmeister 2014.

Gladiatoren

Bastian Schweinsteiger spricht in seinem Interview nach dem Spiel die harte Arbeit in diesem Finale an. Er spricht davon, dass sich alle Spieler auf dem Feld wie Gladiatoren gefühlt und gehandelt haben.

Angesichts des Spielverlaufs, der harten Gangart und dem Ziel, welches auf dem Spiel stand, ist dieser Vergleich des vorbildlichen Antreibers der deutschen Nationalmannschaft, als völlig richtig und berechtigt einzustufen.

Alle Spieler, die bei diesem Spiel auf dem Platz standen, gaben ihr Letztes für den Erfolg und kämpften um jeden Ball. Gezeichnet von den Zweikämpfen dieser Begegnung zeigte sich Schweinsteiger nach dem Spiel. Doch das harte Arbeiten, der Schweiß und aller Schmerz aus dieser Partie haben sich für Deutschland gelohnt.

Nach 24 Jahren ist es der deutschen Nationalmannschaft gelungen, den Weltmeistertitel zum vierten Mal nach Deutschland zu holen – Respekt und herzlichen Glückwunsch.

Autor: Tom Wolny

Thiago Silva: „Wir haben vom Titel geträumt, nächtelang nicht geschlafen. Und jetzt geht es so zu Ende. Das haben wir nicht verdient.“

Datum: 12.07.2014

Spiel um Platz 3 der Weltmeisterschaft: Brasilien – Niederlande

Thiago Silva, der Kapitän der Nationalmannschaft Brasiliens, zeigt sich enttäuscht über den Verlauf des Turniers. Thiago Silva: „Wir haben vom Titel geträumt, nächtelang nicht geschlafen. Und jetzt geht es so zu Ende. Das haben wir nicht verdient.“

Brasiliens Fußball in Trümmern

Die Partie hielt sich lange mit Abtasten und taktischen Spielchen auf. Bereits nach wenigen Minuten klingelte es das erste Mal im Netz der Brasilianer. Nach einer Kopfballverlängerung von Van Persie lief Arjen Robben allein auf das Tor Julio Caesar zu und wurde regelwidrig von Silva gestoppt. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Kapitän der Niederländer, Robin van Persie, sicher zur 1:0 Führung (3.).

Auch in diesem Spiel zeigten sich oft Parallelen im Spiel der Brasilianer zur Begegnung im Halbfinale gegen Deutschland. Oftmals rannte man wild und planlos an, biss sich so immer wieder die Zähne an der sicheren Defensive der Niederländer aus.

Folgerichtig erhöhten die Niederländer in der 16. Spielminute die Führung auf 2:0. Nach einer tollen Flanke aus dem rechten Außenraum, klärte David Luiz nur kläglich genau vor die Füße von Blind, welcher den Ball in aller Ruhe kontrollieren konnte, um ihn anschließend im Tor zu versenken.

Im weiteren Spielverlauf bot das Spiel nur wenige Chancen und zeigte ein enttäuschendes Brasilien. Erst in den letzten Minuten vor dem Pausenpfiff erspielten sich die Brasilianer mehr Spielanteile, jedoch nur aufgrund der Tatsache, weil die Niederlande, mit ihrer sicheren Führung im Rücken, mehrere Gänge zurückschaltete.

Im zweiten Durchgang ereignete sich ein chancenarmes und nahezu langweiliges Spiel, weil die Niederlande nichts mehr machen musste und Brasilien sichtlich die Mittel fehlten. Die Selecao agierte hauptsächlich über lange Bälle, die keinen Ertrag brachten.

Es dauerte daher bis zur Nachspielzeit in dieser Begegnung ehe die Akteure auf dem Feld noch einmal anschauliches für die Zuschauer boten. Nach einem übersichtlichen Zuspiel von Arjen Robben auf Janmaat, der toll zurücklegte, war es Wijnaldum, der den Schlusspunkt in dieser Partie setzte und das Endstand von 3:0 für die Niederlande herstellte (90. + 1).

Brasilien enttäuscht

Der brasilianische Kapitän zeigt sich im Interview nach dem Spiel um Platz drei sichtlich enttäuscht. Er äußert sich zu den Zielen, dem Verlauf und dem nun traurigen Ende für Brasilien bei dieser Weltmeisterschaft im eigenen Land.

Die Selecao und das gesamte Land träumte auch aufgrund vieler Unruhen im Vorfeld dieser WM, vom Titel, um mit diesem die Geldausgaben hierfür rechtfertigen zu können.

Nach einer soliden, jedoch keineswegs überzeugenden Vorrunde zitterte man sich in den K.O. – Spielen bis ins Halbfinale. Dort wurde man das erste Mal wirklich richtig gefordert und hielt dem Druck der Deutschen nicht stand. Auch im Spiel um Platz drei zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Niederlande demontierte Brasilien, wie zuvor Deutschland.

Zur Aussage von Silva gilt es nur zu sagen, dass natürlich jede Mannschaft vom Titel träumt, es nur wichtig ist, realistisch die eigene und die Leistung der Gegner einzuschätzen. Somit kann man der Aussage über eine ungerechte und unverdiente Behandlung der brasilianischen Nationalmannschaft nicht konform gehen.

Die Leistungen der Selecao reichten unter dem Strich leider nicht für mehr. Nun gilt es dem Druck und dem Ärger eines ganzen Landes Stand zu halten und den brasilianischen Fußball aus den Trümmern zu erheben.

Autor: Tom Wolny