Archiv für den Monat: April 2014

Jürgen Klopp: „Wir haben uns keine Situation erspielt, um große Kampfansagen zu machen. Aber wir spielen trotzdem.”

Datum: 02.04.2014         

Champions League Viertelfinale: Real Madrid – Borussia Dortmund

Jürgen Klopp nach dem Hinspiel in Madrid. Jürgen Klopp: „Wir haben uns keine Situation erspielt, um große Kampfansagen zu machen. Aber wir spielen trotzdem.”

Borussia Dortmund geht mit einer deutlichen Niederlage gegen spielerisch klar überlegene Madrilenen ins Rückspiel des Champions League Viertelfinals vor heimischem Publikum. Im Hinspiel im Estadio Bernabeau in Madrid verlor der BVB mit 0:3.

Tor zum Halbfinale für Real weit offen

Die Devise des BVB war es Defensiv gut zu stehen und den Gegner so lang wie möglich vom eigenen Tor fernzuhalten.

Doch dieses taktische Ausrichtung hielt nur bis zu dritten Minute. Benzema sicherte einen langen Ball am rechten Flügel und konnte so den Ball in den Strafraum auf Carvajal spielen, welcher diesen auf Bale weiterleitete, welcher sich mit einer sehr guten Ballmitnahme gegen die Dortmunder Verteidiger durchsetzte und den Ball an Weidenfeller vorbei ins Tor spitzelte (3.).

Diesen Schockzustand nach wenigen Minuten versuchten die Madrilenen sofort auszunutzen. Real attackierte zeitig in der Hälfte des BVB und eroberte bereits nach wenigen Pässen der Gäste den Ball zurück und tauchte mehrmals gefährlich vor Weidenfeller auf (10./12.).

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten kamen die Gäste aus Dortmund etwas besser ins Spiel und hatten die erste Angriffswelle der Gastgeber überstanden.

Die Borussia hatte nun mehr eigenen Ballbesitz und ließ den Ball auch über mehrere Stationen laufen, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden.

Es wurde jedoch deutlich, dass die Spanier ganz klar Herr im Haus blieben. Immer wenn die Gastgeber das Tempo erhöhten wurde es gefährlich.

So auch in der 27. Spielminute als Mkhitaryan den Ball leichtfertig vertändelte. Die Folge war ein präziser Abschluss von Isco von der Strafraumgrenze ins linke untere Eck des Tores der Dortmunder – 2:0.

Auch im weiteren Spielverlauf der ersten 45 Minuten zeigte sich die Borussia in der Offensive kaum. Es waren vielmehr die Madrilenen, die auf die Erhöhung des Spielstandes spielte. Doch die Chancen durch Ronaldo und Benzema blieben ungenutzt (38./40.). So ging es mit der 2:0 Pausenführung in die Kabinen.

Zurück aus der Pause zeigten sich die Borussen offensiver und spielten besser nach vorn, zeigten mit ihrem nun engagierteren Angriffsbemühungen die offensichtlichen Schwächen der Madrid  – Defensive auf, ohne diese auszunutzen.

Im Gegensatz zum Dortmunder „Harmlosspiel“ setzte Real den letzten Nadelstich. So war es Ronaldo, der in der 57. Minute, nach einem Modric Pass, das 3:0 erzielte.

In der Schlussphase schaltete die Borussia noch einmal einen Gang hoch und drängte nun vehement auf das Auswärtstor, wurde jedoch im letzten Moment immer wieder entscheidend geblockt, sodass es beim deutlichen 0:3 aus deutscher Sicht blieb.

Keine großen Sprüche

Anhand der Aussage von Jürgen Klopp wird deutlich, dass sich seine Mannschaft nicht in die Lage versetzt hat, große Sprüche zu klopfen und den Gegner im Vorfeld des Rückspiels unter Druck zu setzen.

Klopp schätzt die Situation realistisch ein und hofft trotzdem noch auf das Wunder von Dortmund in der diesjährigen Champions League Saison.

Man spürt förmlich die Enttäuschung beim so emotionalen und mit Vorfreude auf das nächste Spiel geladenen Trainer des BVB.

Nun liegt es an der Borussia ganz allein, die Weichen im Rückspiel vor heimischem Publikum doch noch in Richtung Halbfinale zu stellen.

In der Vergangenheit hat Dortmund gezeigt, was im Signal Iduna Park möglich ist und das auch schon verlorengeglaubte Spiele gewonnen werden können.

Autor: Tom Wolny

Sami Hyypiä: „Ich bin etwas lauter geworden. Es ist gut für meine Zukunft, dass ich lerne, ein anderes Gesicht zu zeigen.“

Datum: 29.03.2014

28. Bundesligaspieltag: Bayer 04 Leverkusen – Eintracht Braunschweig

Der Trainer von Bayer 04 Leverkusen, Sami Hyypiä, nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Tabellenschlusslicht Eintracht Braunschweig. Sami Hyypiä: „Ich bin etwas lauter geworden. Es ist gut für meine Zukunft, dass ich lerne, ein anderes Gesicht zu zeigen.“

Ideenloses Spiel der Bayer – Elf

Die Leverkusener starteten vor heimischem Publikum mit Schwung in den ersten Durchgang und kamen bereits nach drei Minuten zu ihrer ersten Möglichkeit durch Guardado.

In der Folge gelang es den Gästen schnell zu ihrer Defensivordnung zu finden und sich so problemlos auf die Gastgeber einzustellen. Die Angriffe der Werkself konnten so frühzeitig eingedämmt werden.

Das Bild der ersten Halbzeit zeichnete sich durch deutlich mehr Ballbesitz der Leverkusener und die dadurch größeren Spielanteile ab, jedoch zeigten sich diese so harmlos, dass es den Braunschweiger reichte ihr engmaschiges Defensivnetz zu spannen und so die Angriffe der Gastgeber abzuwenden.

Hin und wieder engagierten sich die Gäste auch einmal offensiv, doch leider zeigten sich diese Bemühungen eben so harmlos, wie die der Hyypiä – Schützlinge. So wunderte es keinen Zuschauer, dass die ersten 45 Minuten torlos beendet wurden.

Der zweite Durchgang startete mit einem Paukenschlag und zeigte ein komplett anderes Gesicht als noch die erste Halbzeit.

Bereits in der zweiten Minute nach Wiederanpfiff war es der Braunschweiger Reichel, der die 1:0 Führung der Gäste herstellte. Mit einem Traumtor per Volley – Direktabnahme ließ er seine Mannschaft jubeln (47.).

Jedoch hielt die Führung der Niedersachsen nicht lange stand. Nachdem Correira einen Kießling – Kopfball regelwidrig mit der Hand stoppte, verwandelte Stefan Kießling den fälligen Strafstoß sicher und platziert zum 1:1 Ausgleich (53.).

Auch wenn in der Folgezeit die Qualität der Partie wieder etwas verflachte, zeigte sich ein deutlich besseres Spiel in den zweiten 45 Minuten.

In der Schlussphase ähnelte dann doch wieder viel dem Spielverlauf aus dem ersten Durchgang. Zwar versuchten die Leverkusener noch einmal mit Tempo über die Außenpositionen zum Tor zu kommen, doch standen die Braunschweiger wieder gut organisiert in der Defensive und konnten so die Angriffe abwehren.

In der Nachspielzeit hatte Boland mit einem Schuss von der Strafraumgrenze noch einmal die Chance zum Torerfolg zu kommen, doch Bernd Leno parierte diesen Schuss und somit blieb es beim 1:1 Unentschieden nach 90 mühsamen Minuten.

Lauter werdende Kritik am Trainer

Bayer 04 Leverkusen enttäuschte erneut seine Fans. Vor heimischem Publikum gelang es der ambitionierten Werkself nicht, den Tabellenletzten aus Braunschweig zu schlagen und wartet nun seit elf Spielen wettbewerbsübergreifend auf einen Sieg.

Mit seiner Aussage spricht Sami Hyypiä genau diese sieglos Serie an und spricht davon, dass er jetzt lernt ein anderes Gesicht zu zeigen, um vielleicht mit lauteren Tönen so diese Negativserie zu beenden.

Doch die Frage stellte sich, ob er die Möglichkeit der Anwendung seiner neuen Facetten überhaupt noch bekommt oder ob die lauter werdende Kritik am Trainer auch die Führungsetage der Werkself erreicht und diese darauf reagiert.

Dies sind reine Spekulationen, welche sich in den nächsten Wochen klären werden, doch fest steht, dass Bayer 04 Leverkusen von einem sicheren zweiten Tabellenplatz auf den vierten Platz gefallen ist und immer mehr den Druck der Tabellennachbarn zu spüren bekommt, wenn es um die Plätze für die Champions League geht.

Abzuwarten bleibt nun, ob die Mannschaft unter dem neuen Gesicht des Trainers auch ein eigenes neues Gesicht zeigen kann, um die Negativserie der letzten Wochen zu beenden.

Autor: Tom Wolny

Pep Guardiola: „Ich bin zufrieden, ob ein Spiel früher oder später, ist jetzt eigentlich egal. Glückwunsch an alle für diese Riesensaison.”

27. Bundesligaspieltag: Hertha BSC Berlin – FC Bayern München

Pep Guardiola, Trainer des FC Bayern München, nach dem Sieg in Berlin und dem Erringen des frühesten Meistertitels aller Zeiten in der Bundesliga. Pep Guardiola: „Ich bin zufrieden, ob ein Spiel früher oder später, ist jetzt eigentlich egal. Glückwunsch an alle für diese Riesensaison.”

Münchner Uhrwerk lässt Hertha keine Chance

Die Partie zwischen der Berliner Hertha und den Münchner Bayern war schon frühzeitig entschieden. Die Hertha verstand es nicht aus einer Lethargie und Angst gegen den Rekordmeister herauszukommen.

Die Bayern fanden sofort zu ihrem Spiel und ließen den Ball, wie den Gegner gekonnt laufen und erspielten sich bereits nach zwei Minuten die erste Chance, die Arjen Robben jedoch vergab.

Besser machte es Toni Kroos in der sechsten Minute als Thomas Müller eine Ball, welcher leicht abgefälscht wurde, ins Zentrum spielte, und Kroos sicher zur 1:0 Führung vollendete.

Die Münchner wussten schon wenige Zeit später ihren Vorsprung auszubauen. Nach einer langen Ballstafette landete der Ball letztendlich bei Bastian Schweinsteiger, welcher den Ball von der Strafraumkante in den Strafraum schlug. Dort konnte sich Mario Götze per Kopf durchsetzen und erzielte das frühe 2:0 (14.).

Mit dieser sicheren Führung im Rücken richteten sich die Gäste schon auf dem Spielfeld etwas auf die Meisterfeier ein und ließen den Schlendrian einkehren. Mit diversen fehlgeschlagenen Hackentricks verflachte das Niveau der Partie mehr und mehr.

Aber auch die Berliner verstanden es nicht ihren Defensivblock etwas Offensiver zu stellen, sodass Stürmer Ramos völlig in der Luft hing.

Im der Schlussphase des ersten Durchgangs ereignete sich kaum etwas, weil das Pressing der Münchner perfekt griff und man so sofort den Ball zurückeroberte.

Die zweite Halbzeit begann ähnlich Höhepunktarm wie die Schlussphase des ersten Durchgangs. Die Bayern kamen zwar durch Robben direkt nach Wiederanpfiff zu einer Chance, die jedoch wegen Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde.

Aber mit fortschreitender Zeit zeigte sich ein langweiliges Spiel, da die Gäste den Ball in der eigenen Abwehrkette gut zirkulieren ließen und es die Berliner Hertha nicht verstand aus ihrer „Mauertaktik“ herauszurücken.

In der 66. Spielminute weckte der Schiedsrichter Marco Fritz die Zuschauer mit seinem Elfmeterpfiff scheinbar wieder auf. Nach dem anschließenden Treffer vom gefoulten selbst, Adrian Ramos, schienen die Zuschauer neuen Mut zu schöpfen.

Doch nur wenige Minuten später verstummte die neuaufgelebte Hoffnung gleich wieder. Nach einem Ballverlust der Hertha war es Götze, welcher Ribery bediente, der mit einem Lupfer über Kraft den alten zwei Tore Abstand wiederherstellte und die Bayern knapp 10 Minuten vor Schluss sicher zur Meisterschaft führte (79.), denn die letzten Minuten der Partie brachten keine Höhepunkte mehr.

Der Rekordjäger feiert

Natürlich dreht sich nach diesem Rekord alles um die Aussagen der Verantwortlichen zum frühesten Meistertitel einer Mannschaft aller Zeiten.

Auch der sonst so kritische und eher zurückhaltend artikulierend Meistertrainer, Pep Guardiola, lobt seine Mannschaft und freut sich sichtlich über diesen Erfolg.

Er spricht sogar von einer Riesensaison, was aus dem Mund vom Trainer der Münchner ein wahrhaft hoch einzustufendes Lob bedeutet.

Doch gleichzeitig mit den Aussagen von Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer wird in weiteren Gesprächen und Interviews deutlich, dass zwar gefeiert werden darf, aber sofort darauf hingewiesen wird, dass in Kürze wieder wichtige Spiele, vor allem in der Champions League, anstehen.

Abzuwarten bleibt nun, ob es dem FC Bayern München gelingt diesen Rekord in der Bundesliga mit einem historischen Rekord im Internationalen Fußball noch einmal zu krönen, in dem man es als erste Mannschaft schafft, einen Titel in der Königsklasse zu verteidigen.

Autor: Tom Wolny

Max Eberl: „Nach neun nicht gewonnenen Spielen fange ich nach zwei Siegen nicht an durchzudrehen.“

26. Bundesligaspieltag: Borussia Mönchengladbach – Hertha BSC Berlin

Max Eberl, Sportdirektor der Borussia aus Gladbach, nach dem 3:0 Sieg gegen Hertha BSC Berlin über die Ambitionen nach diesem deutlichen Heimsieg.  Max Eberl: „Nach neun nicht gewonnenen Spielen fange ich nach zwei Siegen nicht an durchzudrehen.“

Hausherren sorgen früh für klare Verhältnisse

Die Borussia fand sehr schnell ins Spiel und spielte engagiert und mit viel Ballbesitz auf. Schon nach wenigen Spielminuten konnte man die erste Torchance verbuchen. Hermann stürmte über die rechte Außenbahn und spielte scharf in die Mitte. Doch seine Eingabe verpassten Arrango und letztendlich Max Kruse nur knapp (5.).

Im weiteren Spielverlauf der ersten Halbzeit ließen die Gastgeber die Zügel etwas schleifen und zeigten sich nur noch wenig energisch in der Arbeit nach vorn. Die Berliner erstickten mit besser werdenden Zweikampfwerten diese Versuche der Gladbacher schon im Keim.

Die Borussia spielte in dieser Zeit viel über sichere Bälle in der eigenen Hälfte und agierte zunehmend mit Quer- und Rückpässen.

Doch suchte man dann ab und an den Drang in die Offensive wurde es sofort gefährlich in der Berliner Defensive. Hermann wurde in der 28. Spielminute erneut über seine rechte Außenbahn geschickt. Seine Flanke fand am langen Pfosten Juan Arango, welcher mit einem sehenswerten Dropkick dem Torhüter der Hertha keine Chance lies und die 1:0 Führung herstellte.

Diese Führung beflügelte die Hausherren sichtlich. Nur vier Minuten später fand Arangos Freistoß den Kopf von Kruse, der den Ball auf den Hinterkopf von Berlins Ramos beförderte. Von da fand die Kugel den Weg ins Tor der Gäste zum 2:0 (32.).

In der 35. Spielminute vergab Herthas Stürmer Ronny eine Möglichkeit zum Anschluss kläglich, was postwendend bestraft wurde. Kruse und Raffael kombinierten sich mit einem Doppelpass durch die Berliner Abwehr, welchen der Brasilianer mit einem Lupfer über Torwart Kraft zum 3:0 vollendete (40.).

Im zweiten Durchgang zeigte die Fohlen ein spielerisch sehenswertes Gesicht. Mit der deutlichen Führung im Rücken ließen sie so Ball und Gegner laufen und blieben stets gefährlich.

Die „alte Dame“ hingegen lief den vielen direkten Ballstafetten der Gastgeber nur hinterher und konnte kaum Akzente setzen.

In der Schlussphase dieser Begegnung zeigten sich den Zuschauern noch einige Torchancen auf beiden Seiten, welche jedoch ungenutzt blieben.

Die letzten Minuten dieser Begegnung plätscherten nur noch so vor sich hin. Mit dem sicheren Vorsprung und dem Wissen über die bevorstehende Englische Woche beschränkten sich die Gladbacher auf das Verwalten der Führung.

Auch die Berliner hatten jeglichen Glauben an eine Wende der Partie verloren und schonten ihre Kräfte.

Das Ende einer Negativserie

Mit diesem klaren und spielerisch tollen Sieg beenden die Fohlen ihre bittere und lange Negativserie von neun Spielen ohne Sieg.

Nach solch einer langen Durststrecke zeigt sich auch der Sportdirektor der Gladbacher zurückhaltend. Mit seiner Aussage nach dem Spiel, dass man nach einem Sieg nicht gleich wieder durchdrehen soll und von mehr träumen soll, zeigt Eberl, dass er die Lage realistisch und richtig einschätzen kann.

Es wird deutlich, dass man froh über diesen Sieg sein kann und zu dem auch Lob für diese spielerisch starke Leistung ernten darf, doch nicht gleich wieder von mehr sprechen sollte.

In den nächsten Wochen wird sich zeigen, was dieser Sieg der Borussia aus Gladbach wert war und ob die Mannschaft nun in der Lage ist eine Positivserie zu starten.

Autor: Tom Wolny

Kevin Großkreutz: „Zuschauer sollen nicht so verwöhnt sein.“

Datum: 19.03.2014
Champions League Achtelfinale: Borussia Dortmund – Zenit St. Petersburg

Die Allroundwaffe des BVB, Kevin Großkreutz, im Interview nach dem Spiel vor heimischem Publikum gegen Zenit St. Petersburg zur fehlenden Unterstützung der Fans. Kevin Großkreutz: „Zuschauer sollen nicht so verwöhnt sein.“

Die Verwaltung des Hinspiels glückt

Der BVB ging von Beginn an abwartend und verhalten in das Rückspiel im Champions – League – Viertelfinale. Die Gäste aus St. Petersburg erhielten überwiegenden Ballbesitz und waren so bemüht ihr Spiel in Ruhe aufzubauen.

Doch die erste Chance der Partie erspielte sich der Gastgeber. Nach einer Schmelzer Flanke war es Aubameyang, der den Ball vor dem herauseilenden Keeper der Russen per Kopf nur knapp neben das Gehäuse setzte.

Zenit wirkte deutlich aggressiver und ballsicherer als noch im Hinspiel. Mit zunehmender Spielzeit wurde das eigene Spiel mehr und mehr gefälliger und man erarbeitete sich gefährliche Chancen.

In der 16. Spielminute war es der bullig wirkende Hulk, welcher die Passivität der Borussia bestrafte. Der Brasilianer zog aus halbrechter Position in quer vor dem Strafraum und schloss energisch ab und drosch den Ball unhaltbar ins linke obere Toreck.

Dieses Gegentor wirkte beim BVB wie ein Wunder und beendete die vorherrschende Lethargie. Nun nahmen sich die Hausherren der Sache an und bestimmten fortan das Spielgeschehen.

Es dauerte folglich bis zur 38. Spielminute ehe Kapitän Sebastian Kehl die Führung der Gäste egalisieren konnte. Nach einer Schmelzer Flanke setzte sich der Mittelfeldspieler gegen zwei Bewacher im Luftduell durch und versenkte die Kugel im Tor.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs versuchte der BVB die Kontrolle über das Spiel sofort wiederzuerlangen. Dazu agierte man deutlich energischer und staffelte sich defensiv gekonnt um das Angriffsspiel des Gegners früh zu stören.

Aufgrund dieser Tatsache und der, dass den Russen wenig im Spiel nach vorn einfiel, ereignete sich ein an Torchancen äußerst armes Spiel.

Wie aus dem Nichts gelang St. Petersburg die erneute Führung. Der eingewechselte Rondon, welcher Mats Hummels im Rücken davongeeilt war, köpfte eine Flanke von Criscito zur 2:1 Auswärtsführung ein (73.).

Die Schlussphase zeigte, dass die Gäste auf das dritte Tor drängten, aber der BVB leidenschaftlich verteidigte und somit, außer vereinzelten Fernschüssen (88./89.), keine Möglichkeiten zuließ.

So gelang es der Borussia mit einer überschaubaren Leistung ins Viertelfinale der diesjährigen Champions League einzuziehen und nun die Hoffnung für Mehr zu hegen.

Fehlender Rückhalt?

Auch im Spiel gegen Zenit St. Petersburg war der Signal – Iduna – Park wieder einmal restlos ausverkauft. Unüblich erschien einzig und allein die Tatsache, dass Mannschaft und Fans nicht unbedingt an einem Strang zogen.

Folglich beschwert sich auch Fan – Liebling Kevin Großkreutz bei seinen Fans und ärgert sich vor allem über die Art und Weise wie die Fans auf den Sitzplätzen mit Fehlern der Mannschaft umgehen.

Im Stadion wurde deutlich, dass jegliche Fehlpässe oder Ballverluste sofort mit einem Raunen durch die Fans geahndet wurden. Doch die Anhänger des BVB müsste eigentlich wissen, wie stark das eine Mannschaft vor heimischem Publikum verunsichert. Umso unverständlicher ist die Reaktion der Zuschauer.

Nun stellt sich die Frage, warum diese sonst so sattelfeste Einheit in Uneinigkeit lebt. Fest steht, dass die Borussia in der Liga wie auch in der Champions League mehrere Spiele zu Hause verloren hat. Dies sollte jedoch kein Anlass sein die Mannschaft mit fehlender Unterstützung zu strafen da jeder Gegner, vor allem International, ein hohes Niveau besitzt.

Jetzt scheint es wichtig, dass Mannschaft und Fans möglichst schnell wieder zueinanderfinden, um gerade am Dienstag der kommenden Woche im Revierderby eine geschlossene Einheit zu bilden.

Autor: Tom Wolny

Torsten Lieberknecht: „Ich bin froh über vier Punkte gegen Wolfsburg. Man weiß ja nicht, wann wir wieder gegen Wolfsburg spielen dürfen.“

Datum: 15.03.2014
25. Bundesligaspieltag: Eintracht Braunschweig – VFL Wolfsburg

Torsten Lieberknecht, Trainer der Eintracht aus Braunschweig, zur Derby – Bilanz gegen Wolfsburg nach dem 1:1 Unentschieden im Rückrundenspiel der Bundesliga – Saison 2013/14. Torsten Lieberknecht: „Ich bin froh über vier Punkte gegen Wolfsburg. Man weiß ja nicht, wann wir wieder gegen Wolfsburg spielen dürfen.“

Gäste bringen Halbzeitführung nicht über die Zeit

In der Anfangsphase entwickelte sich sofort ein temporeiches Spiel, welches lediglich Torchancen vermissen lies. Die Gastgeber versuchten dem spielerischen Mitteln der Gäste aus Wolfsburg mit Kampf und Einsatzbereitschaft zu begegnen.

Mit zu nehmender Dauer des Spiels schnürten die Wölfe die Eintracht förmlich in deren Hälfte ein und überzeugten einer guten Spielanlage. Braunschweig hingegen verlor zu einfach und schnell die Bälle und war dadurch Offensiv kaum noch aktiv.

Es dauerte jedoch eine gewisse Zeit, ehe die Gäste aus der Autostadt ihre deutliche Überlegenheit und zählbares umwandeln konnten.

In der 36. Spielminute war es Naldo per Kopf, welcher Davari nach einer Ecke zu einer Glanzparade zwang. Den abgewehrten Ball fälschte Kessel unglücklich vor die Füße von Luiz Gustavo ab, der nur den einzuschieben brauchte und so die 1:0 Führung für den VFL erzielte.

Die Hausherren wirkten fortan sichtlich geschockt und überließen den Gästen das gesamte Spiel. Jedoch waren die Wölfe nicht in der Lage genügend Druck auf die Defensive der Braunschweiger auszuüben, um schnell noch ein weiteres Tor vor dem Pausenpfiff nachzulegen.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs zeigte sich das Spiel der Gäste unverändert. Wolfsburg hatte mehr Ballbesitz und lies so den Ball gekonnt im Mittelfeld laufen.

Aber der Gastgeber schien nun wach und aktiver als in den ersten 45 Minuten dieser Partie. Schnell kam die Eintracht, nach der Flanke von Kumbela, durch Karim Bellarabi zum Ausgleich direkt nach dem Wiederanpfiff (48.).

In der Folgezeit versuchten der VFL das Spiel wieder unter Kontrolle zu bekommen. Doch die nun bissigeren und kampfeslustigen abstiegsbedrohten Gastgeber witterten ihre Chance. Trotzdem blieben den tapfer kämpfenden Braunschweigern zwingende Torchancen verwehrt.

Auf der anderen Seite bot sich ein ähnliches Bild. Wolfsburg war im zweiten Durchgang erschreckend inaktiv und an Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor kaum zu überbieten.

Bis zum Abpfiff ereignete sich ein kampfbetontes und laufintensives Spiel, welches hauptsächlich von den Defensivreihen beider Mannschaften bestimmt wurde und so den Zuschauern wenige Höhepunkte bot und mit dem Abpfiff durch Schiedsrichter Brych eine Punkteteilung besiegelte.

Im Kopf schon in Liga 2?

Mit der Aussage zur Bilanz seiner Mannschaft gegen den VFL Wolfsburg, tut sich Torsten Lieberknecht und seiner Mannschaft keinen Gefallen.

Zum einen wird deutlich, dass Torsten Lieberknecht glücklich über die Vier – Punkte – Ausbeute gegen ambitionierte Wolfsburger ist und so ein großes Lob an seine Mannschaft richtet.

Zum anderen gibt der Trainer der Braunschweiger eine Tendenz seines Denkens im Abstiegskampf ab. Denn im zweiten Teil seiner Aussage hinterfragt er, wann seine Mannschaft einmal wieder gegen den VFL spielen darf.

Somit hinterfragt er gleichzeitig den Verbleib in der ersten Bundesliga und stellt sich nicht hinter seine Mannschaft, sondern plant, ganz im Gegenteil, eventuell schon für Liga 2.

Abzuwarten bleibt nun, ob diese Aussage negative Auswirkungen, nach den zuletzt aufstrebenden Wochen, auf sein Team hat.

Autor: Tom Wolny