Archiv für den Monat: Dezember 2013

Jürgen Klopp: „Wir sind nett genug, uns auf ein Niveau herunterzuverletzen.”

Datum: 30.11.2013
14. Bundesligaspieltag/Achtelfinalspiel DFB – Pokal: FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund/1. FC Saarbrücken – Borussia Dortmund

Jürgen Klopp: „Wir sind nett genug, uns auf ein Niveau herunterzuverletzen, dass das am Ende doch noch ein spannender Wettkampf wird.“
Dortmunds Meistertrainer von 2011 und 2012 nach dem Bundesligaspiel in seiner alten Heimat Mainz und vor dem DFB – Pokal Achtelfinalspiel in Saarbrücken. Jürgen Klopp: „Wir sind nett genug, uns auf ein Niveau herunterzuverletzen, dass das am Ende doch noch ein spannender Wettkampf wird.“

Durchwachsene Wochen

Für die Borussia aus Dortmund war es kein November nach ihren Vorstellungen. Zwei Niederlagen in Folge in der Bundesliga, dadurch das Abrutschen der Klopp – Elf auf den dritten Tabellenplatz und die durchwachsenen Auftritte in der Champions League. Durch die schlechte Chancenverwertung in Bundesliga und Champions League fällt der BVB hinter seine eigenen Ansprüche zurück. Nach diesen schweren Wochen folgten in der jüngsten Vergangenheit wieder Spiele, die dank sich bessernder Chancenverwertung sicher und deutlich für die Borussia ausgingen.

Mit dem 3:1 Sieg im heimischen Signal – Iduna – Park gegen den SSC Neapel am vergangenen Dienstag lebt die Hoffnung für den Einzug ins Achtelfinale der Champions League wieder auf. Doch am vergangenen 14. Bundesligaspieltag hatte der BVB in Klopps alter Heimat, beim FSV Mainz 05, große Probleme das Spiel nach seinen Vorstellungen zu gestalten. In der Coface – Arena in Mainz gewann Dortmund ebenfalls mit 3:1, aber hatte über weite Strecken des Spiels erhebliche Schwierigkeiten mit dem Gastgeber. Lange bot der FSV den Gästen Paroli, erst in der Schlussphase musste man die Gegentreffer, darunter zwei Elfmeter, hinnehmen.
Erkennbar ist, dass das Team von Jürgen Klopp die Beständigkeit in der Ergebniserzielung zur Zeit vermissen lässt und es somit auch gegen vermeintlich schwächere Gegner schwer hat zu gewinnen.

Überhebliche Herangehensweise?

Aktuell plagt sich die Borussia mit starken Verletzungssorgen herum. Nun sind es schon sieben Stammspieler, die Trainer Jürgen Klopp nicht zur Verfügung stehen. Deutlich wird dabei, dass jede Mannschaft, sei sie noch so stark, Probleme hat mit einer solchen Situation umzugehen.

Doch ist die Aussage von Jürgen Klopp zu seiner aktuellen Personalsituation und dem Achtelfinal – Pokalspiel in Saarbrücken sehr überheblich und kann schnell falsch verstanden werden. Natürlich sinkt das Niveau bei Dortmund erheblich, wenn gleich sieben Stammspieler ausfallen, doch sollte man niemals mit einer ähnlichen Art und Weise artikulieren, wie es der Trainer des BVB tat.

Betrachtet man diese Aussage näher, stellt sich die Frage: Nimmt der BVB das Pokalspiel in Saarbrücken überhaupt ernst? Kommt man erst nach den vielen Verletzungen beim BVB mit der Einstellung eines sicheren und deutlichen Sieges ins Wanken? Nichts desto trotz erscheint diese Aussage, des sonstigen Sympathieträgers Klopp sehr arrogant wie hochmütig und man sollte in Dortmund aufpassen, dass sich solche Aussagen nicht rächen.
Wie jeder weiß besitzt der Pokal seine eigenen Gesetze. Hier kann jeder jeden schlagen und keiner darf sich zu sicher sein, denn auch die vermeintlich Kleinen wittern in diesen Spielen ihre Chance.

Unter dem Strich wird klar, dass Saarbrücken als klarer Underdog in das Spiel gegen den Champions League Finalisten des Vorjahres geht, doch interessant wird, wie man vor heimischer Kulisse ins Spiel findet und was Willenskraft, Einsatz und Bereitschaft bewirken können.

Autor: Tom Wolny

Stetua Bukarest – FC Schalke 04

Datum: 26.11.2013
Rückspiel Champions League Gruppenphase (E): Stetua Bukarest – FC Schalke 04

Horst Heldt: „Das Ergebnis ist zweitrangig, weil wir sowieso ein Endspiel gegen den FC Basel gehabt hätten.“
Schalkes Manager Horst Heldt, nach dem dem 0:0 Unentschieden in Bukarest gegen Stetua. Horst Heldt: „Das Ergebnis ist zweitrangig, weil wir sowieso ein Endspiel gegen den FC Basel gehabt hätten.“

Überschaubares Stückwerk bringt keinen Erfolg

Nach einem enttäuschenden 0:0, gegen den viertplatzierten der Gruppe, scheinen die Verantwortlichen der Königsblauen um keine Ausrede verlegen zu sein, um der Mannschaft den Rücken zu stärken.

Über weiter Strecken des Spiels erschien der Gast aus Schalke unauffällig, schwach und, keines Wegs dem Winter von Bukarest geschuldet, blass. Der Bundesligist aus dem Ruhrpott agierte mit viel Stückwerk und dem Fehlen einer klaren Linie im Spiel. Es fehlte zu meist an Kreativität und Ideen, um den Gastgebern wirklich gefährlich zu werden. Im gesamten Spielverlauf zeigten sich die Königsblauen zwar überlegener, aber trotzdem behielt der Gastgeber aus Bukarest die Oberhand in Sachen Gefährlichkeit. Stetua erarbeitete sich mehr zwingende Chancen, scheiterten letztendlich jedoch an der Verwertung dieser.

Halbzeit eins der Begegnung bot ein mäßiges und somit überschaubares Tempo. Zu Beginn der Partie spielte sich das gesamte Spielgeschehen nur im Mittelfeld ab. Bukarest versuchte, vor heimischem Publikum, über Kurzpassspiel die abwartenden und passiven Schalker in Verlegenheit zu bringen. Doch hierbei verschob die Mannschaft von Trainer Jens Keller gekonnt und verdichtete somit die torgefährliche Zone – Chancen blieben Mangelware.

Im weiteren Verlauf des Spiels fand der S04 besser ins Spiel und übernahm das Geschehen sichtlich. Der Ball lief nun gut in den eigenen Reihen, wobei man Konsequenz und Zielgerichtetheit vermissen ließ.

Der zweite Durchgang brachte zunächst das gleiche Bild. Schalke 04 dominierte den ersten Teil der Halbzeit. Mit zunehmendem Spielverlauf erkämpfte sich Stetua Bukarest die Überlegenheit zurück, fand jedoch kein Mittel Ralf Fährmann im Tor der Gäste, welcher mit zwei Glanzparaden die Null hielt, zu überwinden.

Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass die Null auf Seiten der Schalker gehalten wurde, negativer Beigeschmack jedoch ist, dass diese sowie Hinten als auch Vorn steht.

Held als erneuter Krisenmanager

Ist es wirklich sinnvoll nach einem enttäuschenden Auftritt gegen den vermeintlich schwächsten Gegner der Gruppe mit einer solchen Gleichgültigkeit nach dem Spiel aufzutreten? Bewegt sich ein Manager eines Vereins mit solchen Ansprüchen dabei nicht auf dünnem Eis? Dies wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen, doch fest steht, dass Horst Heldt wieder einmal als Krisenmanager auf Schalke fungieren muss.

Natürlich lastet nun mehr enormer Druck auf dem Trainer und seiner Mannschaft, die vor den Wochen der Wahrheit stehen – in der Bundesliga kriselt der Klub und im internationalen Geschehen muss man um das Weiterkommen zittern.

Doch sollte Horst Heldt mit derartigen Aussagen zu einem Spiel innehalten, da es trotz der sich nicht ändernden Situation für Schalke wichtig gewesen wäre, in Bukarest zu gewinnen. Druck von der Mannschaft nehmen, diese entlasten und schützen, hin oder her, Fans eines Vereins wie dem FC Schalke 04 erwarten immer 120% von ihren Spielern und können derartige Aussagen einer Führungskraft schnell falsch einordnen und interpretieren.

Nun muss die Mannschaft, am 11.12.13, im letzten Gruppenspiel zu Hause gegen den FC Basel wahre Größe demonstrieren und ihre Stärke unter Beweis stellen.

Autor: Tom Wolny

Hertha BSC Berlin – Bayer Leverkusen

Datum: 23.11.2013
13. Bundesligaspieltag: Hertha BSC Berlin – Bayer Leverkusen

Rudi Völler: „Wir versuchen, den beiden da oben ein bisschen lästig zu sein. Bis jetzt gelingt uns das ganz gut.“
Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler, nach dem 1:0 Auswärtserfolg in Berlin, zum Spitzenkampf mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Rudi Völler: „Wir versuchen, den beiden da oben ein bisschen lästig zu sein. Bis jetzt gelingt uns das ganz gut.“

Beachtenswerter Auswärtserfolg

10 Siege, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen und 31 Punkte – so lautet die aktuelle Bilanz der Werkself aus Leverkusen nach 13 Spieltagen. Diese Bilanz kann sich wirklich sehen lassen. Die Leverkusener sind nun Topverfolger des FC Bayern München. Diese komfortable und erstrebenswerte Situation erarbeitete sich das Team von Sami Hyypiä am vergangenen Wochenende mit einem 1:0 Auswärtssieg gegen den starken Aufsteiger aus Berlin.

Doch zunächst wirbelte die Hertha die Leverkusener arg durcheinander und war das klar spielbestimmende Team. Die Mannschaft von Jos Luhukay agierte aggressiv und diszipliniert im Defensivverbund und kontrolliert, schnell und Passsicher in der Offensive. Nur der letzte finale Pass, der Torchancen kreieren sollte, wurde von der im Zentrum stark agierenden Bayerdefensive abgefangen.

Beide Abwehrreihen arbeiten engagiert gegen den Ball und ließen auf beiden Seiten nichts zu. Bis zur 29. Minute als ein schneller Konter der Leverkusener die Auswärtsmannschaft in Person von Stefan Kießling in Führung brachte. Allerdings nicht regelkonform. Gonzalo Castro spielte den Ball auf Hegeler, welcher sich knapp im Abseits befand und den Ball im 16 Meterraum auf den Goalgetter Stefan Kießling passte. Dieser ließ sich eine Situation 14 Meter vor dem gegnerischen Tor natürlich nicht nehmen und verwandelte eiskalt zur 1:0 Führung.

Mit der Führung im Rücken agierten die Gäste sicherer. In der zweiten Halbzeit ereignete sich ein ähnliches Bild. Hertha BSC Berlin hatte mehr Spielanteile und die Bayer – Elf zog sich weiter zurück, um die eigene Defensive zu stabilisieren.

Das Spiel war munter und geprägt von hoher Intensität, jedoch fehlten die Torraumszenen. Leverkusen versteifte sich auf Konter und Hertha fehlten die kreativen Ideen, um die sattelfeste Bayerdefensive in Schwierigkeiten zu bringen. So arbeitet sich Leverkusen über die 90 Minuten zum 1:0 Auswärtserfolg in Berlin.

Entlastung der Mannschaft

Mit der Aussage nach dem Spiel zur Tabellensituation untertreibt Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler enorm. Er spricht davon, dass man versucht im deutschen Zweikampf etwas mitzuhalten und nicht allzu sehr an Tuchfühlung zu verlieren.

Doch in Wirklichkeit sollte ein Verein wie Bayer Leverkusen andere Ansprüche an die eigene Leistung hegen. Intern spricht man mit Sicherheit über andere Ziele und hat andere Vorstellungen, jedoch in der Öffentlichkeit versucht Völler genau mit solchen Aussagen mittels Understatement den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen und somit ein ruhiges Weiterarbeiten zu garantieren.

Gerade in einem so schnelllebigen Geschäft, wie dem Fußball, ist man sich bewusst, wie schnell tolle Ergebnisse vergehen und der Umgang mit Niederlagen wichtig sein wird.
Doch die Mannschaft von Trainer Sami Hyypiä kann mit Stolz auf die aktuelle Situation blicken und wird mit großer Sicherheit diese Position auch nicht so schnell wieder abgeben wollen.

Dafür wird es wichtig sein am kommenden Samstag im Heimischen Stadion gegen einen schwächelten 1. FC Nürnberg alles aus sich herauszuholen und drei Punkte einzufahren, um nicht nur der kleine Störfaktor im deutschen Zweikampf zwischen Dortmund und Bayern zu sein.

Autor: Tom Wolny