Archiv für den Monat: September 2013

„Scheiß drauf, weiter geht’s“.

Im Interview mit der Internetseite Sport1.de wählte der HSV-Torhüter Rene Adler die etwas gewöhnungsbedürftig-derbe Wortkonstellation „Scheiß drauf, weiter geht’s“.

Adler bezieht sich hierbei auf den frühen Gegentreffer zum Saisonauftakt nach bereits zwei Minuten (zum 0:1 gegen Schalke 04) und erklärt hierzu am 13.8.2013: „Das ist fehlende Cleverness in dieser Situation. […] das ist auch eine mentale Stärke, nicht zu sagen: ‘Es geht schon wieder los’, sondern ‘Scheiß drauf, weiter geht’s. ‘“

Worauf bezieht sich der Nationalspieler hierbei?

Bekanntlich spielte der HSV keine allzu berauschende abgelaufene Spielzeit 2012/13, die man zwar als Tabellensiebter abschloss, aber desaströs begann. Für Adler und Co. geht es konkret in dieser Situation des frühen Gegentores darum, nicht erneut in den psychologischen Abwärtsstrudel zu gelangen, der im Sommer 2012 in Hamburg wütete und für viel Wirbel sorgte.

Auf diese „mentale Stärke“ bezieht sich der Keeper vermutlich in dem Interview und will wohl damit auch verdeutlichen wie viel sicherer und stärker die Truppe unter Anleitung von Torsten Fink geworden sein will.

Die fehlende Cleverness des Ballverlustes, der zum 0:1 führte schnellstmöglich zu verarbeiten, daraus zu lernen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und in der nächsten Situation die bessere Handlungsalternative zu wählen, bzw. mehr Konzentration und Einsatz an den Tag zu legen.

Statt den Kopf in den Sand zu stecken und sich dem vermeintlichen Schicksal hinzugeben, wie letzte Saison auch beim 2:9 gegen den FC Bayern zu beobachten, scheinen die Hansestädter mit neuem Elan in die angebrochene Spielzeit starten zu wollen.

Sinnbildlich für diese kämpferische Einstellung, auf die grundlegend (fußballerischen) Erfolg basiert, wählte Adler vermutlich die derbe Wortvariante und verdeutlicht damit nicht nur das Bedürfnis den soeben erlegten Misserfolg schnellstmöglich zu verdauen, sondern übertragen auch den sehnlichen Wunsch danach, nicht mehr einen solchen Saisonstart wie 2012/13 erleben zu müssen.

Von Dominik Langenegger

“Wenn ich helfen sollte, werde ich da helfen”

, so Toni Kroos zu Sport1 (Artikel vom 7.7.2013). “Der Trainer weiß, wo ich spielen kann und ich weiß, was meine Lieblingsposition ist.”, erklärte Kroos weiterhin.

Doch worum geht es ihm, was bezweckt der Nationalspieler mit diesen etwas unklaren Aussagen?

Die aktuelle Situation bei seinem Verein sieht so aus, dass Bastian Schweinsteiger weiterhin an Sprunggelenksproblemen laboriert und der Saisonstart des FCB-Leaders in Gefahr zu sein scheint. Die beiden anderen Kandidaten für die Positionen im defensiven Mittelfeld, Javier Martinez und Luiz Gustavo, weilen nach dem Confed Cup noch im Urlaub und werden erst mit Verspätung und Nachholbedarf in die Vorbereitung einsteigen.

Außerdem wird schon lange spekuliert, ob Pep Guardiola Martinez nicht zurück in die Innenverteidigung stellt. In jedem Fall scheint aus den gezeigten Gründen großer Bedarf auf der Sechserposition zu sein und laut den Aussagen Kroos‘ hat das Trainergespann bereits mit ihm darüber geredet.

Klar ist: Kroos fühlt sich im Zentrum am wohlsten, sowohl auf der Sechser-, Achter und Zehnerposition im defensiven und offensiven Mittelfeld hat der 23-Jährige bereits gespielt und beim FC Bayern gute Leistungen erbracht.

Der Notstand im defensiven Mittelfeld könnte den Greifswalder also in diese Rolle drängen. Doch hinter seinen getätigten Aussagen zeigt sich, dass Kroos diese Position nicht so gerne spielen möchte und sich eher in der Hauptrolle im Fußball sieht – als Spielmacher, Spielgestaltet, Zehner.

Die spektakulärste Position der Sportart, die bereits so viele legendäre Akteure hervorgebracht hat, hat es Kroos angetan. Nur so lässt sich deuten, dass er notgedrungen im defensiveren Part „(aus)helfen“ würde, in nächsten Satz jedoch hinterher schiebt, dass er selbst weiß, was seine Lieblingsposition ist: Die Zehnerrolle hinter der Spitze.

Fazit:

Der 23-Jährige ist schlau genug, um keine öffentliche Forderung abzugeben oder seinen neuen Starttrainer Guardiola unter Druck zu setzen. Jedoch beginnt er mit diesen Statement sein Revier zu markieren und möchte die Position, die er in den letzten Monaten verletzungsbeding verlor, zurück erobern.

Von Dominik Langenegger